VG-Wort Pixel

Transporter werden elektrisch Steckverbindung

Opel e-Vivaro
Opel e-Vivaro
© press-inform - das Pressebuero
An der Elektromobilität kommt keiner mehr vorbei. Anzunehmen, dass sich die leichten Nutzfahrzeuge in Kundenhand dabei deutlich leichter tun als die PKW. Doch die Kosten machen die Musik.

In Corona-Zeiten sind die Lieferdienste im Alltag immer wichtiger geworden. Selbst diejenigen, die vorher nicht auf die Idee kamen, sich Gegenstände nach Hause liefern zu lassen, greifen spätestens seit dem Herbst auf Amazon, Ebay oder die Handelsketten mit ihren Lieferdiensten zurück. Wie soll man mittlerweile sonst auch an seine Kaufgüter kommen? Kein Wunder, dass die Nachfrage nach Kurierfahrern und Transportern der Sprinter- oder Ducato-Klasse nicht nur in der Vorweihnachtszeit einen imposanten Höchststand erreichte. Ein Trendende ist nicht abzusehen.

Dabei sind die Transporter selbst in zwei grobe Gruppen zu unterteilen. Die einen sind allein in der Innenstadt oder allenfalls im Großraum einer Stadt unterwegs. Sie legen dabei am Tag kaum mehr als 100 Kilometer zurück. Dazu gehören längst nicht nur die Postdienste wie DHL, Hermes, UPS oder DPD, sondern längst auch die Geschäfte oder Handelsketten selbst. So werden Großeinkäufe, Gerätschaften oder Pakete ebenso bis zur Haustür gebracht, wie Handwerker samt ihrer kompletten Ausrüstung. Die zweite Gruppe sind die Kurierfahrer, die im Schnelltempo auf Autobahnen und Landstraßen große Entfernungen zurücklegen, um spezielle Waren von A nach B zu kommen. Die Entfernungen sind zumeist mehrere hundert Kilometer am Tag, die mit hoher Geschwindigkeit gefahren werden. Da führt am Dieselmotor bis auf weiteres kein Weg vorbei.

Für die erste Gruppe, je Kleinlaster, die allein in den Agglomerationen unterwegs sind, sieht das ganz anders aus. Vergleichsweise geringe Strecken mit Geschwindigkeiten, die nur selten über die 80 km/h hinausgehen, sind ideal für den Elektroantrieb. So ist es keine Überraschung, dass Hersteller wie Ford, Mercedes, MAN, Volkswagen, Renault oder PSA ihre Transporter längst auch mit einem elektrischen Antrieb anbieten, der das normale Dieselportfolio erweitert. Mit MAN gibt es mittlerweile sogar einen ersten Anbieter, der mit dem TGE 3.140 für das Sicherheitsunternehmen Prosegur ein gepanzerten Geldtransporter mit einem Elektroantrieb ausgestattet hat. Die geringe Reichweite von gerade einmal 115 Kilometern ohne nachzuladen reicht für den Alltagseinsatz locker aus. Im Sommer orderte der weltweite Lieferdienst Amazon bei Daimler 1.800 Mercedes eVito und eSprinter. "Wir brauchen weiterhin Innovationen und Partnerschaften mit Automobilherstellern wie Mercedes-Benz, um den Transportsektor zu dekarbonisieren und die Klimakrise zu bekämpfen", erläutert Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon, "die Erweiterung um 1.800 elektrische Lieferfahrzeuge ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg zum Aufbau der nachhaltigsten Transportflotte der Welt, und wir werden uns beeilen, diese Fahrzeuge noch in diesem Jahr auf die Straße zu bringen."

Doch damit nicht genug. Daimler entwickelt derzeit die nächste Sprinter-Generation und im Gegensatz zum aktuellen Modell soll bei dem neuen Fahrzeug der Elektroantrieb die Hauptrolle spielen. "Die nächste eSprinter Generation erlaubt verschiedene Aufbauvarianten. Mit dieser Variabilität bringen wir die Vorteile des lokal emissionsfreien Warentransports in die unterschiedlichsten Branchen", erläutert Marcus Breitschwerdt, Leiter Mercedes-Vans, "unsere Kompetenzen im Transportbereich belegt der Sprinter seit einem Vierteljahrhundert. Im Bereich der Elektromobilität haben wir in den letzten Jahren viele Innovationen auf den Weg gebracht. Unsere Electric Versatility Platform vereint das Beste aus beiden Welten."

Dabei soll der elektrische Sprinter nicht allein in Europa auf Geschäftskundenfang gehen, sondern auch Nordamerika erobern. Hierfür investiert Daimler insgesamt 350 Millionen Euro in die sogenannte Electric Versatility Platform. Zusammen mit Kunden aus verschiedensten Bereichen wurden die Anforderungen an die neue Plattform festgelegt. So soll es drei Batterie- und zahlreiche Aufbauvarianten vom Kastenwagen über einen reinen People Mover bis hin zum Fahrgestell für Kofferaufbauten geben. Überraschend dabei, dass zumindest aktuell kein Allradantrieb auf der Elektroplattform vorgesehen ist. Dieser wird jedoch in bestimmten Regionen der Welt immer mehr nachgefragt, um die Warengüter auch unter schwierigen Bedingungen von Weg oder Wetter sicher ans Ziel bringen zu können.

Deutlich größer als bei den aktuellen Modellen sollen Leistung und insbesondere Reichweite sein. Die 1.200 Mercedes eSprinter, die Amazon orderte, sind Hochdach-Kastenwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Ihr Elektroantrieb treibt die Vorderräder an und leistet 85 kW / 115 PS / 295 Nm. Die Transporter sind mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 47 kWh ausgestattet und haben eine Reichweite von 168 Kilometern sowie eine maximale Zuladung von 891 Kilogramm. Für die so nötige Flexibilität im Geschäftsalltag soll eine Schnellladefunktion sorgen, mit der die Batterie innerhalb von knapp einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent nachgeladen werden kann.

Ähnlich sind die Modelle, die bei Fiat mit seinem E-Ducato anbietet, der ein Ladevolumen von 10 bis 17 Kubikmeter und eine Nutzlast von bis zu 1.950 Kilogramm bietet. Auch hier lassen sich wie beim Mercedes eSprinter verschiedenste Karosserie- und Aufbauversionen realisieren, sodass die Kunden sich den Transporter variabel konfigurieren können. Das trifft auch für die Batterie des Ducato zu, bei der verschiedene Größen mit Reichweiten zwischen 220 und 360 Kilometern zur Auswahl stehen. Der Motor des elektrischen Ducato leistet 90 kW / 122 PS / 280 Nm. Nach der Fusion von PSA und FCA unter dem neuen Stellantis-Konzern fährt der elektrische Ducato Seite an Seite mit den Transportern von Opel, Peugeot und Citroen. PSA nutzt hierfür seine EMP2-Plattform und will mit dem technisch identischen Stromer-Trio Citroen e-Jumpy, Opel Vivaro-e und Peugeot e-Expert ein möglichst großes Stück des lukrativen Kuchens abzubekommen. Ganz ähnlich sieht es bei Renault, Toyota, Hyundai, Volkswagen und Ford aus. Die kommenden Generationen an kleinen, mittleren und sogar größeren Transportern bekommen durchweg auch elektrische Antriebe. Die Hersteller wollen damit nicht nur den Flottenausstoß senken, sondern auch garantieren, dass die eigenen Transporter auch dann in die Innenstädte rollen dürfen, wenn es in ersten Metropolen Einfahrtsbeschränkungen geben sollte.

pressinform

Wissenscommunity


Newsticker