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Hyundai Bayon 1.0 T-GDI 48V Abrundung

Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 183km/h
Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 183km/h
© press-inform - das Pressebuero
Mit dem Bayon greift Hyundai im Kleinwagen-Crossover-Segment an. Das SUV ist aber mehr als nur ein i20 auf Stelzen und das Fahrwerk hinterlässt einen guten Eindruck. Positiv sind die vielen erhältlichen Assistenzsysteme, weniger prickelnd ist der Hartplastik-Anteil im Innenraum.

Jürgen Keller ist mit sich und der Welt im Reinen. Hyundai Deutschland hat prozentual gesehen den besten Jahresstart der Unternehmensgeschichte hingelegt. Denn der Marktanteil stieg zwischen Januar und Mai von 3,2 Prozent auf 3,4 Prozent. "Das freut mich natürlich sehr", strahlt der Deutschland-Chef. Die gute Laune sei dem drahtigen Manager gegönnt, schließlich musste er bei seiner Zeit bei Opel genug Nackenschläge hinnehmen. Hyundai feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum in Deutschland und wenn man sich den Wandel des südkoreanischen Autobauers anschaut, dann hat Keller allen Grund, stolz zu sein. Von - euphemistisch gesprochen - Fahrzeugen mit solider Technik haben sich die Asiaten zu einem veritablen Konkurrenten für die etablierten Hersteller gemausert. Jürgen Keller nennt das "Innovationstreiber" und weil das Wort "treiben" gerade so locker über die Lippen geht, wird der Stromer Ioniq 5 die Konkurrenz "vor sich hertreiben".

Schließlich will Hyundai "DER Anbieter alternativer Antriebe unter den Importeuren" werden. Eine Aussage, die man bei Toyota sicher mit Interesse vernimmt. Den Worten sollen Taten folgen: In den nächsten vier Jahren sollen zwölf weiter BEVs weltweit erscheinen und den Asiaten zehn Prozent am globalen Elektromobilitätsmarkt bescheren. Ambitionierte Ziele. Wird spannend, ob sie erreicht werden.

Momentan muss sich der südkoreanische Autobauer beim Bayon wohl oder übel noch mit der alten Mobilitätswelt herumschlagen. Sprich mit Modellen, die einen Verbrenner als Antrieb haben. Aber auch da gibt sich Hyundai nicht mehr mit den Resten zufrieden, die die anderen am Tisch zurücklassen. Denn das Segment der B-Segment Crossover wächst in Europa ständig, ist aber hart umkämpft und von Fahrzeugen wie den Opel Mokka, den VW T-Cross, den Ford Puma, den Seat Arona und zudem noch die wohlgeratene Konzernverwandtschaft in Form des Kia Stonic belegt.

Kein Grund für Hyundai kürzer zu treten. Nach dem Kona, der sich gut verkauft, soll der Bayon das Modellangebot bei den "Crossover-SUVs" (Hyundai-Sprech) nach unten abrunden. Beim Einsteigen bleiben wenig Fragen zur Verwandtschaft offen: Der Innenraum zeigt die enge Verbundenheit zum Segment-Bruder i20, mit dem der Bayon sich die Plattform teilt. Das Interieur wirkt aufgeräumt im positiven Sinne des Wortes. Das Bedienen des Infotainments per 10,25 Zoll Touchscreen stellte uns vor keinerlei Probleme, die Menüs waren genau unter den Symbolen, wo man sie erwartet. Dass das Smartphone per Apple CarPlay oder Android Auto eingebunden wird, versteht sich mittlerweile auch im Kleinwagen-Crossover Segment von selbst. Die schmucken virtuellen Instrumente des 10,25 Zoll-Cockpits passen gut zum modernen Auftritt des Bayon.

So gelungen die Technik ist, kann man das über das Innenraum-Ambiente nur eingeschränkt sagen. Denn wir fanden uns in einer Plastikwüste wieder. Zwar versucht Hyundai zumindest im oberen Bereich der Instrumententafel mit genarbten Oberflächen etwas Schwung in die Angelegenheit zu bringen, aber je weiter der Blick und die tastenden Finger nach unten wandern, umso eintöniger wird die Materialanmutung. Das schaut bei Kia aufgrund des frischeren Designs einfach besser aus. Fairerweise muss erwähnt werden, dass unser Testwagen mit der mittleren Trend-Ausstattungslinie einen Grundpreis von 22.490 Euro und einen Gesamtpreis von 24.940 Euro hatte. Dafür gibt es dann eine unter anderem Klimaanlage, ein beheizbares Lenkrad und eine Sitzheizung vorne. Wer eine Klimaautomatik wünscht, greift zum Komfortpaket für 650 Euro extra. Beim Platz spielt der 4,18 Meter lange Bayon seine ganze Stärke aus. Selbst großgewachsene Mitteleuropäer finden im Fond Platz. Der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von 334 Litern ordentlich. Den Grund findet man, wenn man den Ladeboden hochhebt in der Batterie, die in einer lackierten Wanne befestigt ist. Dazu kommt, dass die Ladekante hoch und die Luke eng ist. Legt man die Lehnen der Rücksitze um, wächst das Gepäckabteil auf 1.128 Liter.

Unterwegs hinterlässt das Fahrwerk des Bayon einen guten, weil zwar straffen, aber harmonischen Eindruck. Der Bayon ist nie unkomfortabel und ein lästiges Nachwippen der Karosserie entfällt. Der aufgeladene Ein-Dreizylinder-Motor kommt mit dem 1.120 Kilogramm schweren Crossover vernünftig zurecht, meldet sich aber akustisch zu Wort, wenn es mal ein bisschen forcierter zur Sache geht. Dieser Bayon ist sicher kein Dynamik-Spitzenreiter, aber auch kein Nachzügler. In 10,7 Sekunden sind aus dem Stand die 100 km/h erreicht und es geht weiter bis 183 km/h. Die 48 Volt Mild-Hybridisierung hilft beim Schließen des Turbo-Lochs und die Sechsgang-Handschaltung (6-iMT) hat eine elektronisch geregelte Kupplung, die sich aber genauso anfühlt wie das klassische Pedal. Der große Vorteil des Systems ist, dass es auch Segeln mit entkoppeltem Motor zulässt, was problemlos funktioniert und der Wiedereintritt des Motors in das Vortriebsgeschäft geht reibungslos vonstatten. Bei den drei Fahrmodi Eco, Normal sowie Sport ändert sich das Aussehen der virtuellen Instrumente und natürlich auch das Fahrverhalten. So holt das System bei Sport alles aus dem Antriebsstrang heraus, agiert bei Eco eher zurückhaltend und segelt gerne. Hyundai gibt einen Durchschnittsverbrauch von 5,5 l/100 km an, wir kamen bei unseren Testfahrten auf 6,9 l/100 km. Ein echtes Plus sind die Assistenzsysteme. Beim Bayon unterstützt unter anderem ein Toter-Winkelwarner, ein Notbremsassistent mit Abbiegefunktion und der Querverkehrswarner den Piloten.

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