Neuvorstellung Fiat Tris Elektrisierung einer Ikone: Fiat bringt Dreirad auf den Markt

Patrick Solberg
Die klassische Fiat Ape knattert über einen ländlichen Weg
Das war einmal: Eine Ape knattert über den Schotterweg und bekommt jetzt elektrische, leise Konkurrenz von Fiat
© Stellantis / Piaggio / press-inform
Der Fiat Tris ist ein neues, elektrisches Lastenfahrzeug im Stile einer Ape. Vorerst wird es seinem Vorbild auf italienischen Straßen trotzdem nicht den Rang ablaufen.

Der legendäre Lastenesel Ape aus dem Hause des Vespa-Herstellers Piaggio bekommt einen modernen Gegenspieler – nur eben ohne Zweitaktknattern. Ape-Fans in Italien und Deutschland dürfen aber aufatmen: In Europa wird das Dreirad vorerst nicht verkauft. Dafür bietet Fiat seinen Tris in Afrika und im Nahen Osten an. Bei Erfolg könnte der Verkauf in Europa folgen.

Die Fiat Ape als Vorbild, Strom als Ansage

Keine Frage: Die Ape ist Kult. Seit den 1950er-Jahren war das dreirädrige Nutzfahrzeug von den italienischen Straßen kaum wegzudenken. Über Jahrzehnte brachte es Waren zwischen Palermo und Bozen zum Kunden, angetrieben von Zwei- und Viertaktmotoren. Der neue Fiat Tris verfolgt denselben Zweck, setzt aber konsequent auf einen Elektroantrieb.

Der neue Fiat Tris
Die Ähnlichkeit zur Ape ist unverkennbar und trotzdem sieht der Tris moderner aus, als sein Vorbild
© Stellantis / Piaggio / press-informt

Eine Akkuladung des 6,9 Kilowattstunden großen Batteriepakets soll für 90 Kilometer reichen. Geladen wird über einen 220-Volt-Stecker, ähnlich wie bei einer elektrischen Vespa. In dreieinhalb Stunden ist der Akku von null auf 80 Prozent geladen. Bis er ganz voll ist, vergehen circa vier Stunden und 40 Minuten.

Antrieb und Tempo: auf die letzte Meile zugeschnitten

Der Fiat Tris nutzt einen 48-Volt-Elektromotor mit einer Spitzenleistung von neun Kilowatt, was umgerechnet circa zwölf Pferdestärken entspricht. Das maximale Drehmoment liegt bei 45 Newtonmetern. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 45 Kilometern pro Stunde abgeregelt – passend für innerstädtische Einsätze, Zustelldienste und kurze Transportwege.

Der Tris sei entwickelt für die Realitäten des täglichen Lebens, solle neue Wege zu wirtschaftlicher Selbstbestimmung und sozialer Teilhabe eröffnen und die Versorgung auf der letzten Meile verbessern, erklärt Fiat-Chef Olivier François. Zugleich deutet Fiat an, dass Europa perspektivisch folgen könnte. 

Seitenansicht des elektrischen Fiat Tris, der als kompaktes Nutzfahrzeug für den urbanen Lieferverkehr konzipiert ist
Seitenansicht des elektrischen Fiat Tris, der als kompaktes Nutzfahrzeug für den urbanen Lieferverkehr konzipiert ist
© Stellantis / Piaggio / press-inform

Varianten, Aufbauten, Nutzlast

Als vielseitiges Nutzfahrzeug wurde der 3,17 Meter lange Tris – gefertigt in Marokko – für unterschiedliche Aufgaben entwickelt: von städtischer Logistik und Zustellung bis hin zu mobilen Dienstleistungen und Transportdiensten. Fiat bietet drei Konfigurationen an: Pritsche, Pick-up und Fahrgestell.

Die Pick-up-Version bringt eine 2,25 Quadratmeter große Ladefläche mit und eignet sich etwa für den Transport von Obst, Sand oder Möbeln. Pritsche und Fahrgestell bilden die Basis für individuelle Aufbauten. Praktisch für die Innenstadt: Der Wendekreis liegt bei knapp über sechs Metern, die Nutzlast bei 540 Kilogramm.

Innen pragmatisch, außen stabiler Stand

Innen geht es weniger spartanisch zu als bei der Ape, großen Komfort dürfen Fahrerinnen und Fahrer aber nicht erwarten. Sie blicken auf ein 5,7-Zoll-Display mit Tempo, Batteriestand und Reichweite. Übrigens: Der Name Tris steht nicht nur für die drei Räder, sondern auch für drei LED-Scheinwerfer an der Front.

Für Stabilität soll ein optimiertes Design sorgen: eine Hinterachse mit breiter Spur, ein vergrößerter Radstand und zwölf Zoll große Reifen. Fiat positioniert den Tris damit ausdrücklich als Arbeitsgerät, das sowohl in städtischen als auch in ländlichen Umgebungen funktionieren soll.

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