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Unimog im weltweiten Einsatz Endzeitstimmung

Unimog
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Sein Ruf eilt ihm voraus - seit Jahrzehnten. Feuerwehr, Abschlepper, Armee, Expeditionen oder Schneeräumdienste - wenn es schwierig wird und besonders hart zur Sache geht, setzen viele weltweit auf den Unimog. Das Universal-Motor-Gerät - Unimog - ist einer für alles - wenn nichts mehr geht.

In unseren Breiten schlägt nicht nur in der kalten Jahreszeit die große Stunde des Unimog. Wenn die Schneefälle stärker werden, die Berge steiler und es schnell gehen muss, setzen viele Kommunen auf einen Unimog als Schneeräumer oder wenn es besonders unangenehm wird - als Schneefräse. In kräftigen Orange oder hellem Gelb auffällig lackiert räumt er unaufgeregt Startbahnen auf Flughäfen ebenso in Windeseile frei wie die Passstraße hinauf ins österreichische Hochgurgl. Dabei mag man kaum glauben, dass der Unimog mittlerweile längst mit einem Vierzylinder-Commonraildiesel unterwegs ist, der im Normalfall überschaubare 170 kW / 231 PS und ein maximales Drehmoment von 900 Nm leistet, das über Untersetzungen und Allradantrieb in Vortrieb umgewandelt wird. Die Höchstgeschwindigkeit des Unimog: 89 km/h.

Seit mehr als acht Jahrzehnten verkörpert der Unimog rustikale Unverwüstlichkeit. Ursprünglich von Albert Friedrich als Landschaftsfahrzeug mit 25 PS und Allradantrieb konzipiert, etabliert sich das Vehikel schnell als Alleskönner fürs Grobe: ob bei der Bundeswehr, im kommunalen Einsatz, als Feuerfahrzeug, beim Ascheräumen am Vulkan Ätna oder sogar als Schienentransporter. Die kantige Form blieb über all die Jahre erhalten, ebenso das "U" im Namen. In den 1950er Jahren stand der U401 parat, wenn es zur Sache ging und bereits bei den ersten Unimogs war die Vielseitigkeit Trumpf.

Über die Jahre kamen immer neue Varianten mit verschieden Radständen - von 2,8 Meter beim U 216 bis hin zu 3,90 Meter beim U 530 in der Langversion. Auch Mercedes-Tuner Brabus verwandelte den Kraxler mit der grandiosen Verschränkung zur imposanten Black Edition. Der aktuelle Motor vom Typ OM 934 LA ist dabei ein wahres Hightech-Triebwerk, muss mittlerweile jedoch mit 5,1 Litern Hubraum auskommen, die sich auf vier Brennkammern aufteilen. Alle Triebwerke erfüllen mittlerweile die Euro-6-Norm. Luxuriöser ist es über die Jahrzehnte im Führerhaus geworden. Ähnelte die Kabine zu Beginn einem kargen Kutschbock, freut sich der Lenker mittlerweile über allerlei Luxus. Besonders cool geht bei der aktuellen Version der Fahrerwechsel über die Bühne, bei Bedarf lassen sich nämlich das Lenkrad und die Pedale von links nach rechts schieben. Seine große Bergprüfung legt der Unimog immer Ende April ab. Dann befreien die Kraxler die Großglockner Hochalpenstraße (48 Kilometer lang und bis zu 2.504 Meter hoch) vom Schnee, der zu diesem Zeitpunkt da noch reichlich liegen kann.

Neben den aus dem normalen Straßenverkehr bekannten Unimog-Versionen, wie den Erntehelfern, Schneepflügen, Streuern und Fräsen, wurden im Laufe der Jahre viele Spezialfahrzeuge realisiert. Besonders beliebt ist der Unimog als potente Zugmaschine für Schwertransporte, die oft mit großer Genauigkeit und minimalem Schleichtempo gewaltige Lasten durch Städte und Gemeinden bringen müssen. Der kleine Inselstaat Mauritius verwirklicht derzeit ein Großprojekt - den Bau eines 37 Kilometer langen Stadtbahnnetzes. Mit dabei: vier Unimog, die auf der Schiene als Rettungs- und Arbeitsfahrzeuge eingesetzt werden. Die Amsterdamer U-Bahn-Linie M 52 ist 9,7 km lang, wovon 7,1 km unterirdisch verlaufen. Bleibt hier mal ein Zug liegen, stehen zwei Unimog bereit, die auch auf Schienen fahren können. Im Doppelpack sind diese beiden Unimog stark genug, auch die schwersten Metrozüge mit 200 Tonnen Gewicht aus dem Tunnel zu ziehen und dabei die vierprozentige Steigung der Tunnelausfahrt zu bewältigen.

Seit Jahrzehnten gibt es auch Varianten als Schienen- und Rillenreiniger für den Straßenbahnbetrieb. Die Fahrzeughydraulik steuert bei der Schienenreinigung fünf verschiedene Arbeitsvorgänge, vom Absenken und Anpressen der Schienenführung bis zum Antrieb einer Wasser-Hochdruckpumpe zum Reinigen von Rillenschienen. Ebenfalls auf der Schiene unterwegs ist ein U 400 Schienenführung und Bahntechnik. Zusammen mit einem Ladekran XS 122 mit Personenkorb können mit diesem Modell Brückeninspektionen oder Reparaturen an der Oberleitung durchgeführt werden. Er eignet sich zudem als Rangierfahrzeug, da der Reibwert von Gummi auf Stahl deutlich höher ist als der von Stahl auf Stahl. So kann der 2-Wege-Unimog, trotz seines relativ geringen Fahrzeuggewichts, Anhängelasten von bis zu 1.000 Tonnen ziehen. Dabei verbraucht er knapp sechs Liter Diesel pro Betriebsstunde.

In England ist er zum Beispiel im Einsatz als Milchtransporter. Wo früher ein Traktor die Milch von den Höfen sammelte, ist jetzt ein Unimog U 430 im Einsatz. Auch wenn es sich beim Vorgänger um einen Hochgeschwindigkeitstraktor handelte, so ist der Unimog doch noch deutlich schneller - und sparsamer. "Der Unimog hat die Fahrzeiten um bis zu drei Stunden verkürzt und spart uns an manchen Arbeitstagen mehr als 75 Liter Kraftstoff", so Rob Huntbach von der Molkerei Hayfields Dairy. Im Gelände ist der Unimog jedoch genauso leistungsfähig wie sein Vorgänger. Hayfields Dairy sammelt hochwertige Milch, die als Rohstoff verwendet wird, von ausgewählten Farmen in Cheshire, Shropshire und Staffordshire. Diese Aufgabe übernimmt jetzt der Unimog, der an einem Tag mehr als 400 Kilometer zurücklegen kann. Mit seinem Hydrauliksystem werden die Pumpen auf dem 16.000-Liter-Milchtankanhänger angetrieben. Der Unimog von Hayfields Dairy profitiert dabei auch vom optionalen Vario-Pilot-System. Auf diese Weise kann der Fahrer zwischen Links- und Rechtslenkung wechseln und das Lenkrad, die Instrumententafel und die Pedale in weniger als einer Minute von einer Seite zur anderen bewegen.

Am oberen Ende der Unimog-Palette steht der U 5023, der aktuell den Höhenrekord hält. Matthias Jeschke und ein zehnköpfiges Expeditionsteam kletterten in zwei Unimog vom Typ 5023 Ende 2019 auf den höchsten Vulkan der Welt, den 6.694 Meter hohen Ojos del Salado in Chile. Auch hier arbeitete unter der Motorhaube ein 5,1 Liter großer Vierzylinderdiesel mit einer Leistung von 231 PS und 900 Nm Drehmoment. Damit die Leistung in der Höhe und auf den Geröllpisten auch auf den Boden gebracht werden konnte, waren die Fahrzeuge mit Ballonreifen, besonders starken Seilwinden und einem Ausleger für eine flexible Gewichtsverteilung ausgestattet. Beide Fahrzeuge haben laut Expeditionsleiter Jeschke "die extrem steilen wie felsigen Passagen dank zuverlässiger und bester Technik, austariertem Schwerpunkt und genialer Reifentechnik bewältigt und Material und Ausrüstung auf die enorme Höhe transportiert. Zu keinem Zeitpunkt weltweit motorisierter Höhen­expeditionen haben zwei Trucks gleichzeitig eine solche Höhe erreicht."

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