"Apollo Justice: Ace Attorney" Schräge Gerichtsgaudi neu aufgerollt


Vier neue Fälle warten auf DS-Anwälte - wobei erstmals in der "Ace Attorney"-Reihe die Möglichkeit besteht, Verhaltensweisen und Eigenarten der Zeugen genauer unter die Lupe zu nehmen, ehe man wieder lauthals "Einspruch!" ins Mikro des DS brüllt. Total Banane, aber irgendwie gut.

Der User schlüpft in die Rolle des Nachwuchsanwalts mit der schrägen Frisur und den "Stimmbändern aus Stahl", um in vier verzwickten Mordfällen seine Mandanten vor einer fälschlichen Verurteilung zu bewahren, den wirklichen Täter zu überführen und - last but not least - in die Fußstapfen von Phoenix Wright zu schlüpfen, dem Protagonisten der vorangegangenen Spiele. Der taucht gleich zu Beginn auf - allerdings als Angeklagter ...

Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich fordernd wie eh und je: Tatorte wollen mit dem Stylus penibelst unter die Lupe genommen, Indizien gesichert, Zeugen und Experten wie die süße Forensikerin Ema Skye befragt werden. Schließlich landet die ganze Sache vor dem Richter, der mit seinem weißen Rauschebart ein bisschen wie der liebe Gott wirkt und nicht über den Angeklagten, sondern auch über den Spieler richtet. Zieht der nach dem Studium der Akten und nach dem Kreuzverhör die falschen Schlüsse oder plärrt er andauernd "Einspruch!" ins Mikro des DS, ohne eindeutige Beweise vorlegen zu können, sieht's zappenduster aus. Zugegeben, eine etwas eigenwillige Interpretation von Gerechtigkeit, aber eine spannende!

Nur wer Widersprüche in der Anklage und Zeugenaussagen entdeckt und diese mit den gesicherten Beweisen untermauern kann, bringt die Staatsanwaltschaft und den wahren Täter ins Schwitzen. Dabei besteht nun erstmals die Möglichkeit, Verhaltensweisen und Eigenarten der Zeugen genauer unter die Lupe zu nehmen, um sie bei einer Falschaussage zu überführen. Hilfe bekommt Apollo Justice zudem von der kleinen Zauberin Trucy, die gleichzeitig die Tochter von Phoenix Wright ist.

Apollo Justice: Ace Attorney

Hersteller/Vertrieb

Capcom Europe/Nintendo

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

Nintendo DS

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Gut zehn Stunden dauert die im witzigen Manga-Look gehaltene DS-Verhandlung, die mit Morden, Verschwörungen, jeder Menge aberwitziger Charaktere, zweideutiger Wortspiele und anderen Albernheiten vollgestopft ist und Krimi-Fans begeistern dürfte. Das Einzige, was man den Entwicklern von Capcom vorwerfen kann, ist der Widerwille zur Innovation. Vielleicht geloben sie beim angekündigten vierten Teil ja Besserung ...

Bernd Fetsch/Teleschau TELESCHAU

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