"Battlestations: Midway" Schiffe versenken Reloaded


Die Mischung macht's: Im Action-Strategie-Simulations-Mix "Battlestations Midway" fliegt und schippert der Spieler durch den virtuellen Pazifik, dem Land der aufgehenden Sonne entgegen.

Herzstück des PC- und Xbox-360-Titels ist die "US-Kampagne", in der man die Entscheidungsschlachten im Pazifik hautnah erlebt - vom Angriff auf Pearl Harbor bis zur Kriegswende bei den Midway-Inseln. Obwohl das Game in der ungarischen Eidos-Dependance programmiert wurde, sparte man jedoch nicht an doofem Hurra-Patriotismus.

Bereits die erste Mission gibt einen kleinen Vorgeschmack auf all das, was in zehn weiteren Einsätzen noch kommen mag: Als Steuermann und Flakschütze eines Schnellbootes erlernt der Spieler die Basics des Gameplays. Überlebt er die Angriffswelle der Japaner auf Pearl Harbor, findet er sich in der Rolle seines Kameraden im Cockpit eines Kampfflugzeuges wieder. Leider bleibt keine Zeit, die gelungenen Schäfchenwolken zu bewundern, denn der Spieler muss hoch über dem schön animierten Pazifik sein Debüt als Fliegerass geben und die hinterhältige Attacke rächen.

Sind die ersten Aufträge noch recht schnell zu bewältigen, zieht der Schwierigkeitsgrad von "Battlestations Midway" später deutlich an: Da wollen Inseln mit nur einem Zerstörer und einer Hand voll Torpedobomber gegen eine anrückende Invasionsflotte der Japaner verteidigt oder Seeschlachten gegen eine klare Übermacht geschlagen werden.

Doch die Mühe und zahlreiche Neustarts lohnen: Erfolgreiche Einsätze werden mit tollen Zwischensequenzen belohnt, die die Geschichte des jungen Offiziers Henry Walker weiterspinnen. Vor allem die Machart begeistert: Schwarze Streifen, die sich durchs Bild ziehen, und blasse Farben fördern dabei die Illusion, man beobachte altes Filmmaterial. Ein Effekt, der sich auch während des eigentlichen Spiels zuschalten lässt, aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Grafik von "Battlestations Midway" nach drei Jahren Entwicklungszeit nicht mehr State of the Art ist. Schiffe, Flieger und Landschaften dürften allenfalls Modellbau-Fans in Verzückung versetzen.

Doch das ist angesichts der gebotenen Abwechslung leicht zu verzeihen. Denn Action steht hier anfangs klar im Vordergrund. Die Steuerung ist schnell und intuitiv zu erlernen. Lenken und zielen - recht viel mehr gibt es nicht zu bedenken. Erst wenn man tiefer ins Geschehen eintaucht und sich die Fronten verhärten, wird es nötig, in die Taktiktrickkiste zu greifen. Dann erweist sich "Battlestations Midway" zwar noch immer nicht als handfeste Simulation, dafür kommt eine gehörige Portion Strategie ins Spiel: Welche Fliegerstaffeln sollen vom Flugzeugträger starten, welcher Zerstörer gibt Geleitschutz, welcher geht auf U-Boot-Jagd?

Zwischen den einzelnen Einheiten und Ebenen lässt sich jederzeit wechseln. Vom Flak-Geschütz eines Schlachtschiffs geht's ins Cockpit eines Sturzbombers, von dort wieder zurück an den Kartentisch. Apropos: Theoretisch wäre es bei den meisten Missionen möglich, das Geschehen komplett über die taktische Übersichtskarte zu lenken - doch das wäre öde. Obendrein lässt die KI der eigenen Mannen manchmal am Kriegsgewinn per Auto-Pilot gehörig zweifeln. Aber im Alleingang geht's auch nicht: Im Laufe des Games wächst die Anzahl der zu befehligenden Einheiten stetig an. Und wer nicht will, dass seine halbe Flotte nach einem Angriff absäuft, muss auch noch aktiv Schadensbegrenzung betreiben. Reperatur-Crews sollen sinnvoll eingeteilt, Brände eingedämmt und Lecks abgedichtet werden ...

Vor der Solo-Kampagne sollten sich unerfahrene Zocker deshalb in der "Marine-Akademie" fit für den Einsatz machen. Wer sich auf ein bestimmtes Kriegsgerät festlegen will, hat die Wahl zwischen Schiffs-, Flugzeug- und U-Boot-Herausforderung. Sogar die Seiten lassen sich wechseln, sodass man entweder als amerikanischer oder als japanischer Kriegsheld agiert.

Battlestations: Midway

Hersteller/Vertrieb

Mithis Entertainment/Eidos

Genre

Action

Plattform

PC, Xbox 360

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

In der Multiplayer-Option können acht Spieler rund 100 Kriegsmaschinen besteigen. Dabei lassen sich Absprachen mit Verbündeten treffen, um etwa besonders effektiv und hinterhältig zuschlagen zu können. Online machen die Luft-, See und Unterwasserschlachten am meisten Spaß. Vielleicht, weil dieser Spielmodus dem Originalgedanken von "Schiffe Versenken" am nächsten kommt ...

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker