"Bionicle Heroes" Die Aussicht auf Erfolg verbaut


Wir staunen Bauklötze: Dasselbe Team, das "Lego Star Wars" programmierte, legt mit "Bionicle Heroes" ein ähnliches und doch deutlich schwächeres Game vor.

Schauplatz dieser Sci-Fi-Ballerei ist die Insel Voya Nui, auf der sich die Bionicle-Helden und -Bösewichter vor paradiesischer Kulisse beharken. Grund für die Keilereien sind die so genannten Masken des Lebens, die sowohl die guten Toa Inika als auch die fiesen Piraka in ihren Greifzangen halten wollen.

Aus diesem Grund lotsen PC- und Konsolenspieler eine Gruppe von "Bionicle Heroes" durch sechs große Gebiete mit insgesamt 25 Unterlevels. Dabei müssen natürlich allerlei düstere Robo-Gestalten mit Waffengewalt in ihre Einzelteile zerlegt, versteckte Symbole (ermöglichen neue Fähigkeiten) gefunden und kleinere Rätsel mit dem jeweils passenden Krieger gelöst werden. Die Spielmechanik könnte glatt aus "Lego Star Wars" stammen. Dennoch kommt "Bionicle Heroes" nicht an dessen Klasse heran.

Gründe dafür gibt es viele, der auffälligste ist jedoch die ungewöhnliche Kameraperspektive: Die Spielfigur wurde an den linken Bildschirmrand gedrängt, die virtuelle Kamera folgt dicht auf. Leider ist der Blick über die Schulter bei weitem nicht so übersichtlich wie erhofft, ständig muss nachjustiert werden. Attacken von hinten werden viel zu spät bemerkt. Andererseits dürfte der geringe Schwierigkeitsgrad von "Bionicle Heroes" nicht einmal Grundschüler ins Schwitzen bringen. Selbst die Duelle mit dicken Bossgegnern lassen sich wegen mangelnder Gegenwehr und KI spielerisch leicht bewältigen. Taktik ist nur selten vonnöten, wenn stupides Ballern hilft ...

Bionicle Heroes

Hersteller/Vertrieb

TT Games / LEGO/Eidos

Genre

Action

Plattform

PC, Game Boy Advance, Nintendo DS, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 30 bis 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Über das abwechslungsarme Gameplay und die nicht-existente Story können weder die gelungene 3-D-Grafik mit ihren blendenden Shader-Effekten noch die wenigen komödiantischen Lichtblicke hinwegtäuschen. Schlimmer noch: Um alle Geheimnisse von Voya Nui zu entdecken, müssen manche Spielabschnitte immer wieder bewältigt werden, um an der entsprechenden Stelle die richtige Fähigkeit parat zu haben. Aber das ist zu viel der Action-Monotonie.

Bernd Fetsch/Teleschau TELESCHAU

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