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Hochzeitstanz mit Kalaschnikow: Gangnam Style endet mit Blutbad

Eine Hochzeitsfeier im Jemen wurde zum Schauplatz eines Gemetzels. Drei Gäste wurden vermutlich erschossen, als plötzlich ein Sturmgewehr losging - kein seltener Vorfall im streng islamischen Staat.

Von Ellen Ivits

Die Hochzeitsgäste tanzten ausgelassen Gangnam Style. Doch der fröhliche Tanz von Psy endete in einer Tragödie.

Die Hochzeitsgäste tanzten ausgelassen Gangnam Style. Doch der fröhliche Tanz von Psy endete in einer Tragödie.

Der Gangnam-Style-Tanz ist mittlerweile auf Hochzeiten sehr beliebt. Auf einer jemenitischen Hochzeitsparty endete der Tanz jedoch mit einer Tragödie. Ein Handy-Video, das am Freitag auf der Plattform LiveLeak veröffentlicht wurde, zeigt grauenhafte Aufnahmen.

Die Feierlichkeiten sind gerade auf ihrem Höhepunkt. Ausgelassen tanzen die Hochzeitsgäste zu den bekannten Rhythmen des Hits des südkoreanischen Popstars Psy. Als der Refrain erklingt, fallen Schüsse. Die Tanzfläche verwandelt sich in ein Blutbad. Drei Männer liegen regungslos in Blutlachen. Ein anderer Mann windet sich im Todeskampf. Die Schreie der entsetzten Gäste hallen durch die Nacht.

Einer der Hochzeitsgäste wollte offenbar einen Schuss in den Himmel abfeuern, verlor jedoch die Kontrolle über sein Sturmgewehr. Kurz bevor die Hochzeitsfeier sich in eine Tragödie verwandelt, sieht man auf dem Video einen Mann, der auf der Tanzfläche eine Kalaschnikow durch die Luft schwingt. Sekunden später geht eine Salve von Schüssen in die tanzende Menge. Mindesten drei Menschen kostete der fahrlässige Tanz mit dem Gewehr vermutlich das Leben.

Der mutmaßliche Schütze tanzt mit einem Sturmgewehr, bevor er versehntlich in die Menge feuert

Der mutmaßliche Schütze tanzt mit einem Sturmgewehr, bevor er versehntlich in die Menge feuert

Keine seltene Tragödie

Obwohl das jemenitische Gesetz das Tragen von Waffen auf Hochzeiten verbietet, sind feierliche Schüsse während solcher Veranstaltungen üblich. Die lokale Presse berichtet oft über ähnliche Vorfälle.

Im letzten Jahr wurde ein Stammes-Scheich von einer Ehrensalve getötet, was zu einer landesweiten Petition gegen Waffen führte. 2011 wurde ein Passagierflugzeug in der Nähe von Sanaa von einer Kugel getroffen, die auf einer Hochzeitsfeier abgefeuert worden war. Die Crew und die 150 Passagiere an Bord kamen jedoch mit dem Schrecken davon.

Bis jetzt gibt es keinen Hinweis, dass der Schütze in dem Video nach dem Vorfall festgenommen worden ist. Es ist auch nicht sicher, ob dies jemals geschehen wird. Die Stammesgesellschaften im Jemen entziehen sich der Rechtstaatlichkeit und haben einen eigenen Ehrenkodex. Demnach könnte dies bedeuten, dass die Angehörigen der Opfer Blutrache nehmen.