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Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipp des Tages für den 4.4.: Der schönste Dreier des Fernsehens

Drei Filme, drei Regisseure, derselbe Schauplatz: Die Trilogie "Dreileben" bringt die größten deutschen Filmemacher unserer Zeit zusammen - unser TV-Tipp des Tages.

Seine Flucht setzt eine Lawine von Ereignissen in Gang: Stefan Kurt spielt in "Dreileiben" den verurteilten Sexualstraftäter Frank Molesch

Seine Flucht setzt eine Lawine von Ereignissen in Gang: Stefan Kurt spielt in "Dreileiben" den verurteilten Sexualstraftäter Frank Molesch

"Dreileben"
21.30 Uhr, 3Sat
FILMTRYPTICHON Ein bisschen musste ich dann doch weinen, als vor zwei Jahren die Zuschauerzahlen für das große TV-Experiment "Dreileben" bekannt gegeben wurden. Sie waren niederschmetternd schlecht. Dabei hatten sich die Kritiker im Vorfeld vor Lob nur so überschlagen: Den ganz großen Wurf hatten sie versprochen. Eine Revolution des Fernsehens. Drei Regisseure, drei ganz unterschiedliche Filme, die aber doch zur selben Zeit am selben Ort spielen.

Gemeint ist der fiktive Ort "Dreileben" in Thüringen. Hintergrund für alle Filme ist die Flucht des verurteilten Sexualstraftäters Molesch. Doch das Leben ist mehr als nur ein Krimi: Christian Petzold, Christoph Hochhäusler und Dominik Graf legen ihren Fokus auf ganz unterschiedliche Momente. Die Liebesgeschichte des Zivis, der Molesch entkommen lässt. Die Altlasten einer Freundschaft. Die Suche nach Molesch. Figuren, die in einem Film nur Nebencharaktere sind, werden im anderen plötzlich zu Hauptpersonen.

Eine geniale Idee, genial ausgeführt. Aber auch nicht ganz so leicht konsumierbar wie das durchschnittliche Bügelfernsehen. Auch wenn jeder einzelne der drei Filme für sich steht - erst zusammen wird das große Gesamtbild sichtbar. Und wer vor allem deswegen einschaltet, weil er einen "Tatort"-mäßigen Kriminalfall erwartet, wird sich angesichts der Erzählperspektive mit ihren vielen Verstrickungen und Anspielungen ziemlich schnell langweilen. Dass 3Sat mit dem Marathon erst um 21.30 Uhr beginnt (Ende 1.55 Uhr) macht die Sache nicht leichter.

Trotzdem steht meine Empfehlung, sich auf dieses besondere Projekt der Herren Petzold, Graf und Hochhäusler einzulassen - oder zumindest den Videorekorder zu programmieren. Experimente wie "Dreileben" gibt es viel zu selten im deutschen Fernsehen. Und die haben etwas Wichtigeres verdient als nur den Grimme-Preis: ein großes Publikum.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo