"BloodRayne 2" Blutarmer Vampir-Trash


Für einen unbefriedigenden Videospieleabend gibt es kaum einen geeigneteren Titel als "BloodRayne 2".

Sachlich betrachtet handelt es sich bei "BloodRayne 2" um ein Action-Adventure mit Vampir-Plot. Heldin Rayne ist halb Mensch, halb Vampir und gänzlich eine Lack- und Leder-Fetischistin. Wie der Marvel-Held "Blade" geht die rothaarige Edeltussi gegen ihre Artverwandten vor, da sie Teil einer großen Verschwörung sind. Entsprechend bewegt sich Rayne vor allem in düsteren Gebieten mit enormer Untoten- und Vampir-Dichte.

Mit zwei scharfen Klingen und nicht mit minder spitzen Zähnen wirft sie sich ins grausame Getümmel. Treten und Metzeln sowie Blutaussaugen sind die vornehmlichsten Aktionen, mit denen den Feinden entgegengetreten wird. Kletter- und Rätseleinlagen sorgen für Abwechslung.

Zur Beruhigung aller Eltern: Das Spiel hat trotz deutlicher Entschärfung gegenüber der US-Version keine Altersfreigabe erhalten - was aber nicht an den sonst üblichen Mengen von vergossenem Pixelblut liegt (es kommt gar keins vor), sondern an den teils geschmacklosen Methoden, mit denen Ryan ihre Feinde über den Jordan geschickt.

Neben dem brutalen Agieren der Heldin - Nachtreten, wenn die Gegner schon am Boden liegen, oder dem Aufspießen auf allerlei herumstehenden und -hängenden Zacken und Nashornhörnern - bleibt nur wenig übrig. Verdammt wenig, um genau zu sein: Im weiteren Spielverlauf kann Ryan fiese Plateu-Stiefel und neue Fummel anziehen, die wie ein Hauch von Nichts ihre dicken Brüste und übrigen Formen umspülen. Beim Herumturnen wippt das alles freilich fröhlich umher.

BloodRayne 2

Hersteller/Vertrieb

Terminal Reality/THQ

Genre

Action

Plattform

PlayStation2, PC, XBox

Preis

ca. 45 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Wenn wenigstens die technische und atmosphärische Umsetzung gelungen wäre - aber auch hier geht der Schuss nach hinten los. Das Spiel ist völlig uninspiriert, die Grafik unterdurchschnittlich, die Steuerung mehr als gewöhnungsbedürftig. Keiner der Beteiligten hat sich mit dem Release dieses Titels einen großen Gefallen getan. Ein Vampirspiel ohne Blut - das spricht Bände.

Joachim Sinner/Teleschau TELESCHAU

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