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Krimi-Wiederholung aus Bremen Der Biss des Vampirs: Ein "Tatort" zwischen Wahn und Wirklichkeit

"Tatort" aus Bremen: "Blut"
Geht in Bremen ein Vampir um? In einem Park wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die schwere Bisswunden am Hals aufweist. Die "Tatort"-Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) stehen vor einem Rätsel.
© Radio Bremen/Christine Schröder / ARD
Treibt ein Blutsauger sein Unwesen? In der "Tatort"-Wiederholung aus Bremen stirbt eine junge Frau an einer Bisswunde, die von einem Menschen stammt. Die Ermittler glauben zunächst nicht an Vampire - bis auch Kommissar Stedefreund gebissen wird.
  • 4 von 5 Punkten
  • Ein faszinierender "Tatort", der den Zuschauer lange im Unklaren lässt, ob es sich um einen Horrorfilm handelt oder die Geschichte rational erklärbar ist.

Worum geht's?

"Mann, ist das mies": Der Horrorfilm, den drei junge Frauen zu Beginn dieses "Tatorts" gucken, kann nicht wirklich schocken. Der wahre Horror ereilt eine der drei Freundinnen auf dem Heimweg: Sie wird von einer Frau angefallen und zu Tode gebissen. Die Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) rätseln über das Motiv - denn Vampire gibt es ja nicht. Oder doch? Als auch Stedefreund Opfer einer Biss-Attacke wird, beginnt er den Fall mit anderen Augen zu sehen. Zumal er eine Veränderung an seinem Körper feststellt...

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Zunächst läuft der Horrorfilm nur im TV, doch schnell wird klar: Der ganze "Tatort" (Regie: Philip Koch) folgt den Gesetzen dieses Genres. Auf der visuellen Ebene setzt die Kamera (Jonas Schmager) grelle Lichteffekte ein, wählt ungewöhnliche Kameraeinstellungen und fängt damit immer wieder steile Treppen und enge Gänge ein. Beängstigend gut auch der Soundtrack (Michael Kadelbach), der den Eindruck permanenter Bedrohung erzeugt. Die größte Leistung ist es, dass die Folge "Blut" bis zum Schluss offen lässt, ob es sich um einen Genrefilm handelt, der von Übersinnlichem handelt - oder um einen realen Kriminalfall.

Was stört?

Leider kann dieser "Tatort" die besondere Atmosphäre nicht durchgängig halten, es gibt zwischendurch immer wieder Szenen, die auch aus einem konventionellen Krimi stammen könnten.

Die Kommissare?

Stedefreund steht klar im Mittelpunkt dieser Folge. Als er gebissen wird, beginnt sich seine Wahrnehmung zu verändern. Ist er selbst auch ein anderer? In einem Buch liest er, dass Menschen durch den Biss eines Vampirs selbst zu Blutsaugern werden. Inga Lürsen behält derweil einen kühlen Kopf und geht rational an den Fall heran.

Ein- oder Ausschalten?

Kommende Woche Halloween, da werden Ihnen ganz sicher Vampire und andere Gruselgestalten begegnen. Der "Tatort" ist die perfekte Einstimmung darauf.

Die "Tatort"-Folge "Blut" wurde erstmals am 28. Oktober 2018 ausgestrahlt. Die ARD wiederholt den Film am Freitag, 23. Oktober 2020, um 22.15 Uhr.


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