HOME

"Eets": Ein niedlicher Dummkopf, der süchtig macht

Das Comic-Monster "Eets" will gefüttert werden, man selbst vergisst die Nahrungsaufnahme dabei aber nur allzu schnell. Das Knobelspiel macht süchtig wie einst die legendären "Lemmings".

Intrigen, Mord und Totschlag auf dem Monitor: Könige erobern fremde Reiche, Gangster klauen den Porsche des Nachbarn und Eets - Eets hat einfach Hunger. Auf Marshmallows. In den Farben Grün, Gelb und Rot. Wie so mancher Monarch und Gangster lässt auch er sich von seinen niederen Instinkten leiten, nur dass hier niemand zu Schaden kommt. Dabei ist er so knuffig, dass das Töchterchen ihn am liebsten gleich als Haustier hätte. Aber "Eets" ist kein Kinderspiel: Erwachsene müssen ihren Denkmuskel intensiv nutzen, um die Knobeleien mit dem legitimen Nachfolger der "Lemmings" lösen zu können.

Und das ist auch gut so! Schließlich ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die junge Generation heute viel zu dick. Was wäre da dieses weiße Knobelmonster mit den viel zu langen Ohren auch für ein Vorbild? Jugendliche und Erwachsene können dagegen nur vom virtuellen Vielfraß profitieren: Sie müssen ihre grauen Zellen anstrengen, um Eets durch über 160 Level zu lotsen.

Viel Hunger, wenig Hirn

Denn Eets hat neben seinem gewaltigen Appetit leider relativ wenig Hirn mitbekommen. Er schafft es gerade einmal, durch die Gegend zu trollen, über den einen oder anderen Hügel zu hüpfen und natürlich eine Menge Marshmallows zu verdrücken. Aber auch nur dann, wenn sie gerade im Weg herumliegen. Dabei mag er nicht alle Sorten gleich gern. Bei gelbem Süßkram ist er rundum zufrieden, die roten Marshmallows dagegen sind im viel zu scharf. Eets wird wütend, rennt und springt herum. Die grünen machen ihn ruhig und vorsichtig.

Ziel eines jeden Levels ist es, das goldene Puzzle-Stück zu erreichen. Da Eets nicht direkt gesteuert werden kann, muss er mit jeder Menge Hilfsmitteln über Abgründe und Felshänge hinweg gelotst werden. Dabei bietet sich zum einen die gezielte Fütterung mit den unterschiedlichen Marshmallows an. Aber auch Wale, die ihn einsaugen und wieder herauskatapultieren, mit Sprengstoff beladene Schweine und Schokowolken befinden sich im Repertoire.

Das Setting erinnert damit ganz klar an das abgedrehte "Worms", während das Spielprinzip an die legendären Suizid-Nager "Lemmings" und den Knobelklassiker "The Incredible Machine" angelehnt ist. Der Unterschied: Hier muss sich der Spieler nur um eine einzelne Figur kümmern, der er zudem keine unmittelbaren Befehle geben kann.

Unnötige Pixelsucherei

Die Level starten auf seichtem Niveau, ein "persönlicher Berater" erklärt die wichtigsten Gegenstände und Funktionsweisen des Spiels. Nach einer guten Stunde zieht der Schwierigkeitsgrad jedoch gewaltig an. Immer komplizierter sind die Objekte anzuordnen, um Eets durch den Parcours zu lotsen. Einziges Manko: Manchmal entscheiden wenige Pixel über Erfolg oder Versagen bei einer Aufgabe - was ärgerlich ist.

Eets

Hersteller/Vertrieb

Frogster Interactive

Genre

Puzzle / Quiz

Plattform

PC

Preis

ca. 20 Euro

Altersfreigabe

ohne Beschränkung

Dafür besitzt "Eets" etwas, das nur ganz wenige Spiele auszeichnet: einen enormen Suchtfaktor. Sind die ersten Level geschafft, kann man sich nur noch schwer vom Monitor lösen. Nur noch dieses eine Level, diese Kombination ausprobieren, einen Blick in die nächste Location werfen ... Dabei macht "Eets" auch zu zweit oder mit drei Mitspielern großen Spaß. Diese können zwar nicht gegeneinander antreten. Aber die gemeinsame Beratung vor dem Monitor über die richtige Vorgehensweise kann abendfüllend sein.

Christian Pfeiffer/Teleschau / TELESCHAU
Themen in diesem Artikel