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"Europa Universalis: Rome": Die inneren Werte der Römer

Eine Wonne für historisch interessierte Tüftler und ein harter Brocken für Normalspieler: Mit dem Echtzeitstrategie-Titel "Europa Universalis: Rome" präsentiert Paradox Interactive die Römische Antike zwar mit Tiefgang, aber auch reichlich karg.

Die "Europa Universalis"-Reihe von Paradox Interactive hat eine eingeschworene Fangemeinde, für die die Komplexität der Spielerfahrung eindeutig Vorrang vor einer effektvollen Präsentation hat. Wer in historische Epochen eintauchen und gleichzeitig auch mit allen Sinnen etwas von der Atmosphäre der damaligen Zeit schnuppern möchte, hat mit den "Europa Universalis"-Spielen nicht viel zu lachen. Allzu puristisch auf Daten und Fakten fixiert ist deren Ansatz. Das gilt auch für den aktuellen Vertreter der Reihe, "Europa Universalis: Rome".

Der Einstieg ist für Neulinge nicht leicht: Eine lieblos mit Textfenstern zugepflasterte Landkarte der antiken Welt muss genügen, um die Grundzüge des Spiels verstehen zu lernen. Ebenso unerfreulich: "Europa Universalis: Rome" bietet dem Spieler keine Kampagnen oder Missionen mit klar definierten Zielen. Stattdessen wird man mit einer Handvoll Einstiegspunkten zu markanten historischen Ereignissen abgespeist. Seine Ziele muss der Spieler selbst festlegen - von Anfängern etwas viel verlangt.

Dennoch: Wer sich auf die spartanische Präsentation einlässt, bekommt zumindest Herausforderung für Monate geboten. Ungeheuer vielfältig sind die Möglichkeiten, die eigenen Territorien mit Städten und Handelsbeziehungen auszubauen oder mit anderen Völkern diplomatische Ränke zu schmieden. Man erforscht neue Technologien und rekrutiert Armeen für Verteidigung und Expansion. Doch veranschaulicht wird das Ganze kaum - nicht einmal die Schlachten wurden eindrucksvoll fürs Auge in Szene gesetzt, in den meisten Fällen muss man sich mit ein paar unspektakulären Textmeldungen zufriedengeben. Und wer probiert, es mit einer kleineren der 53 wählbaren Fraktionen mit der Weltmacht Rom aufzunehmen, muss schon sehr gewieft sein, um überhaupt kleinere Erfolge zu erzielen.

Europa Universalis: Rome

Hersteller/Vertrieb

Paradox Interactive/Koch Media

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

"Europa Universalis: Rome" ist ein Spiel für Spezialisten. Wer sich gerne intensiv in ein Programm einarbeitet, auf Augenschmaus keinen Wert legt und trockenen Statistiken einen Unterhaltungswert abgewinnen kann, mag mit diesem Titel glücklich werden. Allen anderen sei die "Total War"-Reihe von Creative Assembly ans Herz gelegt.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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