"Fantasy Wars" Gebremste Fantasie


Orks, Goblins, Elfen, Menschen und Zwerge geben sich in "Fantasy Wars" ein knallbuntes, rundenbasiertes und überraschend launiges Strategie-Stelldichein.

Der erste Eindruck: Alles schon mal da gewesen. "Fantasy Wars" wirkt wie ein Konglomerat aus "Warcraft", "Herr der Ringe" und "Heroes of Might & Magic" - was ja nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. Nur neue Impulse für das Genre darf man von dem Spiel nicht erwarten. Die Hintergrundstory ist ebenso wirr wie abgeschmackt. Doch schon nach den ersten paar Runden merkt man: Es leistet dem Spielspaß keinen Abbruch.

Drei Einzelspieler-Kampagnen stehen zur Wahl, je eine auf der Seite der Menschen, Orks und Elfen. Letztere wird allerdings erst freigeschaltet, wenn man sich bereits durch die beiden anderen gekämpft hat. Und das ist leichter gesagt als getan. Man spart sich den mühsamen, Zeit raubenden Aufbau einer Basis und rekrutiert seine Armee aus einer Vielzahl verschiedener Boden- und Lufteinheiten direkt vor der Schlacht: Bogen- und Armbrustschützen, Schwert- und Axtschwinger, Reiter und Drachen werden in der beschaulichen Landschaft auf Hex-Feldern postiert, marschieren rundenweise ein paar Felder voran und attackieren den Feind. Erfolgreiche Einheiten gewinnen Erfahrungspunkte und dürfen - falls sie überleben - in der nächsten Mission wieder in die Schlacht ziehen.

Die große Herausforderung von "Fantasy Wars" liegt darin, möglichst ökonomisch zu planen. Jeder Zug zählt für einen einträglichen Sieg, eine falsche Entscheidung kann die eigene Truppe schon mächtig zurückwerfen. Auch die Einheiten wollen pfleglich behandelt werden: Wer seine schlachterprobten Recken allzu leichtfertig verheizt, muss unerfahrenen Nachschub rekrutieren und büßt damit deutlich an Kampfstärke ein.

"Fantasy Wars" bietet Effektvolles fürs Auge, auch wenn die 3-D-Grafik nicht unbedingt auf dem aktuellsten Stand ist. Genretypische, liebevoll gestaltete Feld-Wald-und-Wiesen-Schauplätze mit netten Lichtspielereien prägen das Bild. Bevölkert werden sie von allerlei bizarren Kreaturen, bei denen es eine Freude ist, zuzusehen, wie sie hübsch animiert in einschüchternde Drohgebärden verfallen oder mit ihren Waffen hantieren. Die Sprecher der mitunter witzig übertriebenen Texte sind mit Spaß und einem Funken Selbstironie bei der Sache.

Fantasy Wars

Hersteller/Vertrieb

1C Company/THQ

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

"Fantasy Wars" führt mit einem Training in die Grundzüge der Spielmechanik ein. Dennoch steigt der Schwierigkeitsgrad in den Kampagnenmissionen rapide an und fordert auch erfahrene Strategen. Einziger Wermutstropfen: Die Zahl der Karten für Mehrspieler-Partien ist sehr übersichtlich ausgefallen. Da das Programm keinen Editor für selbst erstellte Maps enthält, dürfte sich hier die Langzeitmotivation in Grenzen halten. Alles in allem aber eine überraschend gute Neuauflage des "Fantasy Generals"-Spielprinzips.

Herbert Aichinger/Teleschau TELESCHAU

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