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"Ghost Squad": Angestaubter Quickie

Von der Spielhalle ins Wohnzimmer: Mit "Ghost Squad" liefert Sega eine altbackene Dauerballerei für Nintendos Wii.

Mal langsam! 45 Euro für eine halbe Stunde virtuelles Geballere? Etwas mehr bietet die Spielhallenumsetzung "Ghost Squad" dann glücklicherweise doch. Die drei vorhandenen Level zweigen sich an bestimmten Punkten immer wieder auf, sodass sie mehrmals in Angriff genommen werden müssen, um alles vom Spiel zu sehen.

Mit der Wiimote, alternativ auch mit dem weißen Plastikgestell "Zapper" im Anschlag, wird in einer abgelegenen Villa, an Bord der Air Force One und mitten im südamerikanischen Dschungel zur Jagd auf die Terroristengruppe Indigo Wolf geblasen. Die zeichnet sich vor allem durch Heerscharen doofer Klon-Mitglieder aus, die sich blindlings dem Spieler in den Weg werfen.

Abwechslung in die Schießbude bringen kleinere Scharfschützeneinlagen und das Entschärfen von Bomben sowie an bestimmten Stellen die Qual der Wahl: Welche Hütte soll durchsucht werden - die linke, die mittlere oder die rechte? Je nach Entscheidung fahren die Jungs der "Ghost Squad" auf einem anderen Action-Gleis weiter. Am Ende der Level wartet schließlich - ganz der Arcade-Tradition verpflichtet - ein Endgegner, der unter Zeitdruck besiegt werden muss.

16 (!) Schwierigkeitsgrade, jede Menge freischaltbare Waffen und Outfits sowie Online-Ranglisten sollen Wii-Zocker und Highscore-Jäger immer wieder für die Ballerei begeistern. Doch die leidet trotz der Non-Stop-Action - nachgeladen wird durch einen kurzen Wink mit der Wiimote - vor allem unter ihrem betagen Präsentation. Die klobigen Charaktermodelle, die detailarmen Level sowie die öden Texturen lassen "Ghost Squad" reichlich "old school" wirken. Kein Wunder: Den Spielautomaten gibt es bereits seit 2004 ...

Ghost Squad

Hersteller/Vertrieb

AM2/Sega

Genre

Action

Plattform

Wii

Preis

ca. 45 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Immerhin: Die bösen Indigo-Wölfe dürfen auch von bis zu vier volljährigen Spielern aufs Korn genommen werden, was Sega schlicht "Party-Modus" taufte. Darüber hinaus warten noch die Varianten "Paradies" (die weiblichen Gegner tragen Bikini) und "Ninja" (man greift zu Wurfsternen anstatt zur MP) - allzu große Entertainment-Qualitäten sollte man allerdings nicht erwarten.

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU
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