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"Guitar Hero II": Schrumm, schrumm macht die Konsole

PS2-Besitzer dürften bereits eine Hornhaut an den Kuppen der linken Hand haben, so lange ist der abartig gute Klampfensimulator "Guitar Hero II" bereits auf dem Markt. Nun dürfen endlich auch Xbox 360-Rocker ihre Nachbarn in den Wahnsinn treiben.

Zeit ist es geworden, dass Xbox-360-Zocker ihre Kohle endlich auch für partykompatible Spiele ausgeben können. "Guitar Hero II" ist nicht billig, dafür steckt in der sperrigen Verpackung auch ein cooler Gitarren-Controller. Dieser unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von seinem PS2-Pendant. Am auffälligsten ist die Form, die eins zu eins der Gibson X-Plorer entspricht. Die fünf verschiedenfarbigen Knöpfe am Gitarrenhals sind ein wenig robuster, was sich in einer geringeren Geräuschentwicklung niederschlägt.

Unterschiede gibt es aber auch in Sachen Musik. Müssen sich PS2-Spieler mit 40 Standard- und 24 Bonus-Songs zufriedengeben, freuen sich Xbox 360-Gamer über 48 Standard- und 26 Extra-Tracks. Neu sind unter anderem "Life Wasted" (Pearl Jam), "Billion Dollar Babies" (Alice Cooper) und "Hush" (Deep Purple). Zudem stehen schon die drei ersten Song-Packs auf dem Xbox Live-Marktplatz zum Download. Die Kosten von 500 MS-Points für jeweils drei Lieder erscheinen allerdings ein wenig hoch. Schließlich handelt es sich dabei um Stücke, die bereits im ersten Teil nachzuspielen waren.

Auch wenn es nicht jedem Spieler sofort auffällt: Bei einem Großteil der Songs handelt es sich um Coverversionen. Diese sind allerdings so gut gemacht, dass nur echte Fans einer Band die Unterschiede heraushören dürften. Ausnahmen stellen allseits bekannte Gassenhauer wie "Sweet Child O'Mine" (Guns'N'Roses) und "Shout At The Devil" (Mötley Crüe) dar. Dem Spielspaß tut dies aber keinen Abbruch, schließlich steht die Gitarre im Vordergrund - und hier dürften wohl nur Profimusiker einen Unterschied erkennen. Apropos Profis - auch gänzlich unerfahrene Spieler kommen problemlos mit den Songs zurecht. Zumindest im einfachsten der vier Schwierigkeitsgrade.

Vereinfacht ausgedrückt muss der Spieler nichts weiter tun, als die bunten Knöpfchen zum richtigen Zeitpunkt zu drücken und gleichzeitig die virtuelle Seite anzuschlagen. Hält der Gamer die Taste gedrückt, entlockt er seinem Instrument einen langen Ton. Herausfordernder wird die ganze Sache, wenn mehrere Noten schnell hintereinander gespielt oder zwei Noten gleichzeitig getroffen werden müssen. Zwischendrin tauchen Folgen sternförmiger Noten auf. Sammelt der Spieler diese ein, kann er durch das Hochziehen des Gitarrenhalses den "Starpower"-Modus aktivieren. In diesem Zustand verdoppelt sich die Punktzahl, die es für das Spielen einer Note gibt. Wer hingegen zu oft danebengreift, verärgert das Publikum. Die Folge: Er wird von der Bühne gebuht. Game over! Wer regelmäßig scheitert, muss komplette Songs oder einzelne Passagen im Trainingsmodus üben.

Ebenfalls noch recht angenehm zu spielen ist der mittlere Schwierigkeitsgrad, bei dem vier Knöpfe zum Einsatz kommen. Besonderheit: Hat der Spieler einen Song zu Ende gespielt, gibt's zur Belohnung Kohle. Dieses Geld kann im Laden beispielsweise für neue Gitarren, zusätzliche Charaktere und natürlich die Bonus-Songs verprasst werden. Extrem groß ist der Unterschied zwischen "Mittel" und "Schwer". Und wer das Game gar auf "Profi" durchspielt, kann schon bald bei einer Speed-Metal-Band anheuern, so schnell lässt er seine Finger über den Gitarrenhals gleiten.

Guitar Hero II

Hersteller/Vertrieb

Red Octane/Activision

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 80 Euro

Altersfreigabe

keine Einschränkung

Unheimlich spaßig sind auch die Zwei-Spieler-Modi. Die beiden Gitarrenhelden können Songs im Coop-Modus spielen oder zum Klampfenduell antreten. Gut: Ist keine zweite Gitarre zur Hand, lässt sich das Game auch mit dem Controller spielen.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU