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"JFK Reloaded": Computerspiel empört die Kennedys

Das Computerspiel "JFK Reloaded", bei dem der Spieler den Präsidenten John F. Kennedy erschießen soll, hat Entsetzen ausgelöst. Der Hersteller spricht von einem "Docu-Game".

Dieser Mord gehört zu den berühmtesten Fällen der Kriminalgeschichte und entsetzte Menschen weltweit. Vor 41 Jahren wurde der populäre US-Präsident John F. Kennedy in Dallas von einem Scharfschützen erschossen. Der mutmaßliche Täter Lee Harvey Oswald wurde kurz darauf verhaftet und wenig später von Jack Ruby erschossen. Bis heute halten sich Verschwörungstheorien darum, wer Kennedy getötet hat und welche Gruppen dahinterstecken.

Den hohen Bekanntheitsgrad des Mordfalls versucht nun der Software-Entwickler Traffic für sich zu nutzen. Die Programmierer aus Glasgow haben zum 41. Jahrestag des Verbrechens "JFK Reloaded" auf dem Markt gebracht. Das Spiel hat nur ein Ziel, den 35. US-Präsidenten möglichst originalgetreu und historisch korrekt zu töten.

Mit Empörung hat die Familie Kennedy auf das Computerspiel reagiert. "JFK Reloaded" sei ein "Docu-Game" mit Bildungsabsicht, versicherte jedoch der Traffic-Geschäftsführer Kirk Ewing. Es solle die junge Generation an "diese faszinierende Epoche der amerikanischen Geschichte" heranführen und Verschwörungstheorien zur Ermordung Kennedys widerlegen. Das Videospiel sei in der Überzeugung entwickelt worden, dass die Schüsse allein von Oswald abgegeben worden seien, sagte Ewing.

Ein Sprecher des amerikanischen Senators Edward Kennedy verurteilte das Computerspiel als abscheulich. Das Büro Kennedys habe deswegen mehrere empörte Telefonanrufe erhalten, sagte Sprecher David Smith.

AP / AP