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"Lego Batman": Gothams alberner Rächer

Bauklötze staunen war mal: "Lego Batman" ist die mittlerweile vierte Variation desselben Spielprinzips. Immer noch kurzweilig, auf Dauer jedoch etwas öde.

Trotz des niedlichen Spielzeuglooks: Leichter als der echte Batman hat es sein Plastikpendant nicht. Ganz im Gegenteil: Die gesamte Sippschaft von Superschurken ist aus dem Arkham Asylum ausgebrochen und hat sich zusammengetan, um Batman die Fledermausflügel zu stutzen. Die gute Nachricht ist, dass Robin dem dunklen Ritter zur Seite steht. Die schlechte: Er erweist sich eher als tollpatschiger Sidekick denn als kongenialer Helfer. Außer natürlich, ein Mitspieler übernimmt diese Rolle. Zu zweit macht das Gamel ohnehin deutlich mehr Spaß. Nicht zuletzt, weil ein Kumpel jederzeit ins laufende Geschehen einsteigen kann, ohne dass sich dadurch die Kameraperspektive einschränkt, wie es bei der oft unbefriedigenden Splitscreen-Lösung der Fall ist.

Der oder die Spieler beginnen als dynamisches Duo Batman und Robin. Wie von anderen Lego-Spielen bekannt, geben die Digi-Plastikmännchen bis auf unverständliches Gebrabbel und ein paar Seufzer keinen Mucks von sich. Die dramatische Musik dagegen sorgt für Spannung. Eines allerdings ist neu in der Geschichte der Lego-Spiele: Zum ersten Mal kann man die Seiten wechseln und die Bösen verkörpern: Geboten werden je 15 Level für die Helden und für die Bösewichter Joker, Two-Face, Mr. Freeze, Riddler, Clayface und Co. Genau genommen handelt es sich dabei zwar um die selben Szenen, doch sie werden aus der anderen Perspektive erlebt.

Neben den harmlos dargestellten Prügeleien, in deren Verlauf erledigte Gegner und zerstörte Objekte buchstäblich in ihre Einzelteile zerfallen und die den Hauptteil des Spiels ausmachen, müssen auch wieder ein paar Rätsel gelöst und Hindernisse überwunden werden. Dabei greifen Batman und Co. zu ihren Bat-Enterhaken, werfen mit ihren Batarangs um sich oder setzen aus Lego-Bausteinen irgendwelche anderen Bat-Utensilien zusammen. Auch Batboot, Batwing und alle möglichen anderen Bat-Fahrzeuge stehen zur Auswahl. Den diversen Kostümen kommt eine zentrale Rolle zu, bietet jedes den Helden doch besondere Fähigkeiten. So kann Batman in einem Cape gleiten, im anderen Bomben legen, während Robin einen magnetischen Spezialanzug hat und einen zum Schwimmen.

Lego Batman

Hersteller/Vertrieb

TT Games/Warner Interactive

Genre

Action-Adventure

Plattform

PlayStation2, PC, Nintendo DS, PSP, PlayStation3, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Fans der Fledermaus werden die Liebe zum Detail zu schätzen wissen, die man dem Spiel an allen Ecken und Enden anmerkt - sei es der Humor, die netten Zwischensequenzen oder die farbenfrohen Kulissen. Man muss nicht mehr im Lego-Spielstein-Alter sein, um Spaß an diesem Game zu haben. Langfristig leidet die Spielmotivation jedoch ein wenig an den relativ gleich bleibenden Aufgabenstellungen. Vor allem die monotonen Kampfeinlagen werden ältere Spieler auf Dauer langweilen. Für den kleinen Spielehunger zwischendurch macht "Lego Batman" allerdings trotz des simplen Spielprinzips Laune.

Michael Eichhammer/Teleschau / TELESCHAU
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