"Marvel Nemesis - Rise Of The Imperfects" Na super ...


Selbst ein gutes Dutzend Superhelden kann "Marvel Nemesis - Rise of the Imperfects" nicht vor dem Fall ins Mittelmaß bewahren. Die krude Prügelei ist trotz des wundersamen Promi-Schaulaufens auf Dauer schlicht öde.

Der eloquente Fanta-4-Steinklotz ist nur einer von gut zwei Dutzend spielbaren Charakteren. Neben ihm treten unter anderem auch noch Marvel-Promis wie Iron-Man, Daredevil, Elektra, Storm, Wolverine, Captain America oder Spider-Man an, um New York vor einer Alien-Invasion zu bewahren. Was der Geschichte an Kreativität fehlt, macht zumindest die Achse des Bösen wieder halbwegs wett. Der bekannte Comic-Zeichner Jae Lee und der Character-Designer Paul Catling ("The Punisher", "Harry Potter und die Kammer des Schreckens") erschufen mit den Imperfects (zu deutsch: den Unvollkommenen) eine recht beeindruckende Truppe von Superfieslingen - angeführt von einem diabolischen Eierkopf namens Dr. Van Roekel. Der will - wer hätte das gedacht? - die Weltherrschaft.

Um seine Pläne zu durchkreuzen, bahnt sich der Spieler seinen Weg durch Horden außerirdischer Prügelknaben und stets wiederkehrende Düster-Locations. Die lassen sich - und das gehört wohl mittlerweile zum guten Ton im Genre - komplett in ihre Einzelteile zerlegen. Gleich, ob Briefkasten, Parkuhr, Ölfass, Auto, Ritterrüstung, Computerterminal oder herumstehender Panzer - ist der gewählte Superheld kräftig genug, lässt sich nahezu jedes Objekt durch die Gegend werfen.

Wann Magneto, die Fackel und Co. - zugegeben: hüsch animiert - zum Zuge kommen, gibt das Programm vor. Doch irgendwann heißt's Abschied nehmen. In regelmäßigen Abständen muss der Spieler in die Haut eines perfiden Imperfect schlüpfen und einen seiner geliebten Marvel-Helden meucheln. Neben derartigen Duellen und allerlei Massenschlägereien wartet das Game auch noch mit anderweitigen Aufgaben auf: Mal sollen innerhalb weniger Minuten 20 Gegner über den Hudson River geschickt werden, mal muss ein Rettungshubschrauber verteidigt werden. Klingt spannend, ist es aber keineswegs.

Als größter Feind erweist sich dabei die ebenso simple wie schwammige Steuerung. Jeder Held verfügt zwar über individuelle Fähigkeiten und Attacken, die Ausführung von Fernangriffen, Würfen und kräftigen Hieben fällt jedoch immer gleich aus, was dem ohnehin nicht sonderlich anspruchsvollen, geschweige denn abwechslungsreichen Gameplay den Rest gibt.

Marvel Nemesis - Rise Of The Imperfects

Hersteller/Vertrieb

Nihilistic Software/EA

Genre

Action

Plattform

PlayStation2, XBox, GameCube, Nintendo DS, PSP

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Wofür die Qualen? Ausdauernde Konsolenzocker werden für ihren gut 15-stündigen Leidensweg mit freischaltbaren Gimmicks wie ein paar Infokärtchen und vertonten Comic-Strips ("Fanta 4", "X-Men") belohnt. Na super ...

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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