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"Metroid Prime Hunters": Es rappelt im Alimbic Cluster

Samus Aran kann auch mobil rocken: "Metroid Prime Hunters" vereint spaßiges Solo-Abenteuer und temporeiche Multiplayer-Schlachten in sich.

Zumindest Letzteres kann bereits nach einer fulminanten Eröffnungssequenz ausgeschlossen werden. Anstelle von finsteren Space-Piraten, Mother Brain oder sonst einem in all den Jahren lieb gewonnenen Schurken aus dem "Metroid Prime"-Universum tritt Samus Aran diesmal vornehmlich gegen ein halbes Dutzend Kopfgeldjäger-Kollegen an. Komische Gestalten sind das, jeder von ihnen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen versehen. Gemein haben sie jedoch alle die Gier nach einem Haufen mächtiger Alien-Artefakte aus längst vergangenen Zeiten, die in falschen Händen - klar! - das Ende des Weltalls bedeuten könnten.

Auf fünf Planeten im hintersten Eck der Galaxis sind die Wunderwaffen versteckt und wollen natürlich vor der Konkurrenz geborgen werden. Fünf Planeten? Klingt nach einem kurzen Space-Trip, doch der Eindruck täuscht. Die Level sind riesig, abwechslungsreich, verwinkelt und müssen darüber hinaus des Öfteren besucht werden, da neue Waffen neue Wege öffnen. Auf das Pimpen der eigenen Rüstung und Fähigkeiten müssen GameCube-gestählte "Metroid Prime"-Fans allerdings ebenso verzichten wie auf eine Autoziel-Funktion. Morph-Ball, Raketen und Powerschuss stehen bereits von Anfang an zur Verfügung, Gegner werden mit dem Stylus ins Visier genommen. Auch gesprungen wird mit dem Plastikstift durch zweimaliges Tippen auf den Touchscreen.

Nach einer halben Stunde Eingewöhnungszeit sollte die ungewöhnliche, PC-Shootern nicht unähnliche Steuerung verinnerlicht sein. Dann klappt's auch mit allerlei garstigem Kleingetier, den gewohnt mächtigen Bossgegnern, kleinen Rätsel- und Hüpfeinlagen und den sechs Kopfgeldjägern, die einem das mobile Leben schwer machen.

Grafisch hinterlässt "Metroid Prime Hunters" einen zwiespältigen Eindruck: Space-Monster und Levelinventar wirken zum Teil ziemlich kantig und klotzig, dafür rocken die Zwischensequenzen so ziemlich alles über den Haufen, was bislang auf Nintendos DS zu sehen war. Brachial-genial: die Soundeffekte.

Abgerundet wird das Game von einem sensationellen Multiplayer-Modus, in dem sich bis zu vier WLAN- und WiFi-Krieger temporeiche Schlachten liefern können. Zehn Areale, sieben Charaktere, sechs unterschiedliche Varianten und eine erstaunlich gut funktionierende Voice-Chat-Funktion, über die sich Teamtaktiken absprechen lassen, sorgen über Wochen für launige Duelle.

Metroid Prime Hunters

Hersteller/Vertrieb

Nintendo/Nintendo

Genre

Action

Plattform

Nintendo DS

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Fazit: "Metroid Prime Hunters" ist anders als sein GameCube-Vorgänger, aber keinen Deut schlechter. Nur bei der 3-D-Grafik scheint Nintendos Handheld-Konsole an seine Grenzen zu stoßen.

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU
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