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"Mordillo's Jungle Fever": Knollennasen auf Liebestrip

Seit vielen Jahrzehnten schickt der argentinische Zeichner Mordillo seine beliebten Knollennasenmännchen aus. Sie waren in Zeichentrickfilmen zu sehen und schmücken außerdem Puzzles, Poster und Tassen. Die Moorhuhn-Erfinder von Phenomedia haben dem Männchen nun ein eigenes Spiel gewidmet – "Jungle Fever".

Das Mordillo-Männchen steht im Lendenschurz auf einem Ast im Urwaldbaum - und schiebt Liebeskummer. Seine Liebste ist sooooo weit weg. Zu gerne würde er sie doch in seine starken Arme schließen. Soll er sich vielleicht aufmachen und sie am anderen Ende des Dschungels einsammeln, um sie zu sich nach Hause in sein Tarzanbettchen zu entführen? Wenn doch nur der Weg zur Liebsten nicht so gefährlich wäre. Der Möchtegern-Tarzan darf leider nicht auf dem Waldboden laufen, denn dort warten die gefräßigen Krokodile und viele andere Gefahren.

Schwinger-Club

Und so muss er sich schwingen - in luftigen Höhen von einem Baum zum anderen. Das kunterbunte Phenomedia-Spiel "Mordillo's Jungle Fever" zeigt die typische Grafik des Künstlers zum ersten Mal in einem animierten Computerspiel. Der Spieler hat dabei nicht einmal besonders viel zu tun. Dieses Wenige kostet aber bereits seine gesamte Konzentration. Das kalkbleiche Männchen mit dem dicken Bauch und den wenigen Haaren auf dem Kopf hängt zu Beginn des Spiels an einer Liane, die immer wieder hin und her schwingt. Links neben der Liane hängt im geringen Abstand gleich eine zweite. Die Aufgabe des Spielers ist es allein, im richtigen Moment die Leertaste (oder die linke Maustaste) zu drücken.

Nach dem Fall kommt der Knall

Dann lässt das Männchen nämlich die Liane los und fliegt durch die Luft. Erwischt es mit den Händen die nächste Liane, greift es automatisch zu. In diesem Fall ist alles in Butter. Die Ansicht des immergrünen Dschungels scrollt ein wenig nach rechts, und der Spieler kann gleich die nächste Liane in Augenschein nehmen, die es zu erhaschen gilt. Greift das Mordillo-Männchen allerdings daneben, platscht es mit einem ziemlich hässlichen Knall auf den Fußboden - und verliert eines von seinen fünf Leben.

Mordillo's Jungle Fever XS 1.0

System

ab Windows 98

Autor

Phenomedia

Sprache

Deutsch

Preis

Freeware

Größe

4,7 MB

Was macht der Elefant im Baum?

Unterwegs warten noch mehr Gefahren auf den Spieler als nur nicht ganz synchron schwingende Lianen. Da gibt es etwa neugierige Giraffen, die ab und zu ihren Kopf von unten in das Bild hineinstecken. Knallt der Spieler gegen einen solchen Giraffenhals, wird seine Geschwindigkeit sofort von hundert auf null reduziert - und das völlig ohne Knautschzone. Besser ist es also allemal, den Giraffen einfach aus dem Weg zu gehen und mit dem Sprung noch einmal zu warten, wenn sie sich zeigen. Gefährlich sind auch die Affen, die mitunter mit an der Liane hängen. Sie müssen direkt angesprungen werden, um sie auf diese Weise zu vertreiben. Wer die Affen in Ruhe lässt, muss schon bald selbst dran glauben: Die Viecher können ganz schön rabiat werden. Gut für den Spieler sind in jedem Fall die Elefanten, die ab und zu in den Bäumen (sic!) sitzen und ihren grauen Rüssel baumeln lassen. Diese Nase lässt sich ebenfalls als Liane zweckentfremden.

Hüfte mit Griffen

Am Ende des Parcours wartet die holde Freundin unseres fliegenden Dickbauchs auf ihren Galan. Der packt sie flugs an der griffigen Hüfte und muss nun den ganzen Weg, den er bereits gekommen ist, wieder zurückschwingen. In der kostenlosen XS-Version ist es damit auch schon wieder getan. In der XXL-Fassung, die Rondomedia für 9,99 Euro auf CD im Handel anbietet, stehen 30 Levels zur Verfügung. Hier muss sich der Spieler dann auch noch vor bissigen Krokodilen in Acht nehmen.

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Carsten Scheibe
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