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"Naruto: Rise of a Ninja": Schöner als die Vorlage

"Naruto: Rise of a Ninja" beweist, dass TV-Umsetzungen nicht zwangsläufig lieblose Fließbandware sein müssen.

Aber nicht nur die hochauflösende 3-D-Grafik mit ihrem Cell-Shading-Look, den schicken Effekten, flüssigen Animationen und detaillierten Umgebungen weiß zu überzeugen. Auch die Mischung unterschiedlichster Spielelemente - von Rollenspiel-Anleihen über Kletter- und Geschicklichkeitseinlagen bis zu handfesten Beat'em-Up-Prügeleien - fügt sich hier zu einem stimmigen Gesamtbild.

Um kein reines Fan-Projekt abzuliefern, setzt Ubisoft ganz am Anfang der "Naruto"-Geschichten an, von der alleine in Japan mittlerweile über 60 Millionen Ausgaben verkauft wurden, und erstreckt sich in etwa bis Folge 80 - von 217. Im Mittelpunkt steht deshalb Narutos Werdegang vom ungeliebten Tollpatsch zum angesehenen Ninja. Dreh- und Angelpunkt des rund zehnstündigen Abenteuers ist dabei eine hübsche und frei begehbare Nachbildung des Städtchens Konoha. In dem tummeln sich - "GTA" und "Assassin's Creed" lassen grüßen - jede Menge Passanten, die anfangs dem Blondschopf noch argwöhnisch gegenüberstehen, was sich in einer grimmigen Fratze über ihren Köpfen widerspiegelt. Doch je mehr Aufträge Naruto erfolgreich erfüllt, desto höher steigt er in der Gunst seiner Mitmenschen.

Mal muss Naruto Münzen einsammeln, mal einen Rahmen ausliefern oder ein vermisstes Haustier wiederfinden. Dafür steigen zwar wie in einem Rollenspiel Energie, Chakra und das Bankkonto an, generell gilt jedoch: Nur die Hauptmissionen sind spannend geraten, weil der Laufbursche hier zeigen kann, dass auch ein echter Prügelknabe in ihm steckt. Kommt es zum Kampf mit Banditen oder niederträchtigen Ninjas, wechselt das Spiel in eine klassische Beat'em-Up-Arena, in der die Fäuste fliegen. Die Kloppereien sind temporeich in Szene gesetzt - vielleicht sogar etwas zu temporeich. Gegen flinke Gegner bleibt kaum Zeit, eine von Narutos spektakulären Spezialangriffen zu starten.

Wer sich schwer tut, darf beim Sensai neue Attacken und Kombos lernen, Nudeln essen, um seine Gesundheit wieder in den grünen Bereich zu heben oder seine Ausrüstung in den Shops der Stadt verbessern.

Naruto: Rise of a Ninja

Hersteller/Vertrieb

Ubisoft/Ubisoft

Genre

Action

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Was "Rise of a Ninja" jedoch fehlt, ist der letzte Kick. Ein wenig mehr Abwechslung hätte dem Spiel genauso gut getan wie eine deutsche Sprachausgabe und höher aufgelöste Zwischensequenzen. Dafür gibt's einen Versus-Modus, in dem man ohne große Umschweife in den Ring steigt - entweder gegen einen Freund oder irgendjemand anderen, der sich gerade auf der Online-Plattform "Xbox Live" tummelt.

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU