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"Onimusha: Dawn of Dreams": Pimp my Samurai

Mehr Helden, mehr Freiheiten, mehr Action: Mit "Dawn of Dreams" kehrt die eigentlich für beendet erklärte "Onimusha"-Reihe auf die PS2 zurück - und sie ist besser denn je.

"Dawn of Dreams" versetzt den Spieler in das archaische, mystische Japan des Jahres 1596. Die Onimusha, eine Art Superhelden-Samurais, kämpfen in jener finsteren Zeit gegen Tyrannen, Dämonen, zombieartige Skelette und andere Finsterlinge. Unter der Herrschaft des Kaisers Hideyoshi kehren die Heerscharen der Genma-Dämonen zurück, welche auch schon in den anderen Folgen der "Onimusha"-Reihe für Ärger sorgten.

Die opulent inszenierten Zwischensequenzen erinnern in ihrer Qualität an CGI-Kinofilme wie "Final Fantasy," und auch die In-Game-Grafik entlockt der in die Jahre gekommenen PS2 spektakuläre Bilder. Die neuen Abenteuer der "Onimusha"-Kämpfer erzählt "Dawn of Dreams" in wahrhaft epischer Breite: 25 bis 30 Stunden Spielzeit und die zahlreichen State-of-the-Art-Zwischensequenzen sorgten dafür, dass das Game nicht auf eine DVD passte, sondern zwei Silberscheiben als Datenträger nötig wurden.

Aber nicht nur in puncto Grafik ist "Dawn of Dreams" das ausgereifteste Werk der Reihe. Der Titel bietet eine packende Storyline, originelle Charaktere und ein verbessertes Gameplay. Die Kamera lässt sich mit dem rechten Analogstick nun frei bewegen, sodass - im Gegensatz zu den Vorgängern - weder wichtige Gegenstände noch bedrohliche Gegner im toten Winkel versteckt sein können. Der Spieler kann zwischen verschiedenen schwertschwingenden Heroen wählen, welche unterschiedliche Stärken und Schwächen haben. Manche Hindernisse sind sogar nur zu meistern, wenn ein bestimmter Charakter ausgewählt wurde. Ein weiteres innovatives Element des Games kennen Fans von Tactical-Shootern (wie beispielsweise "Ghost Recon"), in denen man Soldaten-Teams befehligt: Mit den Richtungstasten kann der Spieler seinen Verbündeten strategische Anweisungen geben - vom rücksichtslosen Kamikaze-Angriff über Spezialattacken und Deckung bis zur vorsichtigen Defensive.

Der Schwerpunkt des Spiels ist und bleibt aber die Action: In temporeichen Schwertkämpfen werden Horden von aggressiven Fantasiewesen zersäbelt, getreten oder mit Zauberkraft geschwächt. Dazu kommen einige Rollenspiel-Elemente. Waren können gekauft und verkauft werden, Notizen und Gespräche geben wichtige Hinweise. Ein ausgefeiltes Power-Up-System sorgt für anhaltende Motivation, denn für gefundene Gegenstände, das Aufsammeln der Seelen geschlagener Gegner und Erfahrungspunkte wird der Spieler belohnt, in dem er seine Charaktere mit besseren Waffen, widerstandsfähigeren Rüstungen und ausgefalleneren Spezialfähigkeiten nach individuellen Wünschen aufrüsten kann. Pimp my Samurai, sozusagen.

Onimusha: Dawn of Dreams

Hersteller/Vertrieb

Capcom/Capcom

Genre

Action

Plattform

PlayStation2

Preis

ca. 45 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Die RPG-Features sind so wohldosiert, dass Fight-Puristen nicht abgeschreckt werden. Im Gegenteil, wie Keiji Inafune, Erfinder von Mega Man und kreativer Kopf hinter Onimusha, verspricht. Er brachte die Veränderung von "Dawn of Dreams" gegenüber der Trilogie ebenso präzise wie knapp auf den Punkt: "Zehn Prozent mehr Action".

Michael Eichhammer/Teleschau / TELESCHAU
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