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"Overspeed": Kurz und herzlos

Tuning-Game, das selbst ohne Tuning auskommen muss: Racing-Fans erwartet ein abgespecktes Drumherum, dafür eine authentische Fahrphysik und beinharte Strecken.

Auf den ersten Blick macht "Overspeed" den Eindruck, ein müder Abklatsch seiner Vorbilder zu sein. Zehn Strecken, zehn Karren, magere Menüs, lahmer Sound: Da fühlt man sich trotz Budget-Preis über den Tisch gezogen. Obendrein sieht die Grafik im Vergleich zur Hochglanz-Konkurrenz ziemlich alt aus. Zwar bauten die Entwickler bei City Interactive L.A. detailgetreu nach, auf abwechslungsreiche Strecken muss jedoch verzichtet werden - ebenso wie auf eine Effekt-starke Grafikengine und einen Karierremodus. Kurzum: In puncto Aufmachung verliert "Overspeed" haushoch.

Wer allerdings auf die inneren Werte achtet, dürfte überrascht sein. In der realistischen Fahrphysik stecken eine Menge Profiwissen und Arbeit. Beispielsweise unterscheiden sich Allrad- und Frontgetriebe bei vergleichbaren Games oft nur im Menü. Wer in "Overspeed" alle vier Reifen befeuert, läuft Gefahr, in der Kurve auszubrechen - dafür kann die Power beim Start von Vorteil sein. Eine heikle Angelegenheit sind, wie in der Realität, heckgetriebene Rennboliden, die ohne zartes Händchen nicht unter Kontrolle zu kriegen sind. Apropos: Am besten spielt sich der Titel mit einem Lenkrad, so kommt das authentischere Fahrgefühl erst richtig zur Geltung.

Overspeed

Hersteller/Vertrieb

City Interactive/dtp

Genre

Rennspiel

Plattform

PC

Preis

ca. 20 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Aufgemotzt wird anders als sonst nicht in der Werkstatt, sondern am Streckenrand. Vor dem Rennen wetten die Teilnehmer um bis zu drei Tuningteile, die alle dem Gewinner zukommen. Zu blöd, dass die fiese KI Siege kaum zulässt. Vor allem der knochenschwere Anfang der Rennsimulation dürfte Einsteiger frustrieren. Wer weiterkommt, den erwartet mit rund sechs Stunden Spielzeit ein knappes, aber eben realistisches Fahrerlebnis.

Gregor Jossé/Teleschau / TELESCHAU
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