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"Prey": Indianer kennen keinen Schmerz

Krieg der Welten, Kampf der Schwerkraft, Revolution des Shooter-Genres: "Prey" ist kein langes Vergnügen, aber ein sensationell abwechslungsreiches. In Kinderhänden hat der Titel allerdings ebenso wenig verloren wie im Laufwerk von Zockern mit Motion-Sickness.

Letzteres darf im Übrigen durchaus wörtlich genommen werden. Denn "Prey" spielt mit der Schwerkraft nach Herzenslust - solange, bis der Gamer keine Ahnung mehr hat, wo oben und unten ist; geschweige denn, wo ihm der Kopf steht. Sicherlich das markanteste Merkmal des Titels, aber nur ein Beispiel der Innovationsfreude, die hier an den Tag gelegt wurde.

Ein Indianer im Weltall

Gut, die Geschichte fällt ein wenig aus dem erstklassigen Rahmen: Eigentlich wollte Cherokee-Indianer Thommy ohnehin sein Reservat verlassen, aber was ihm dann widerfährt, geht doch ein bisschen zu weit: Nach einer ebenso unheimlichen wie unschönen Begegnung der dritten Art findet sich die Rothaut mitsamt Opa, Freundin und unzähligen anderen Menschen an Bord eines gigantischen Raumschiffs wieder. Das Ungetüm - halb organisch, halb Metall - ist so etwas wie eine interstellare Erntemaschine, weshalb es im Inneren so ungemütlich zur Sache geht wie in einem Schlachthof. Auch Thommys Großvater wird "verwertet", geht aber den Weg aller weisen Mentoren: Er wird zum Geist. Thommy jedoch kommt frei, gräbt das Kriegsbeil aus und setzt nun alles daran, zumindest seine Freundin Jenny zu befreien.

Kein leichtes Unterfangen, aber auch kein aussichtloses. Nach knapp sieben bis zehn Stunden bekommt man den Abspann inklusive der hoffnungsvollen Ankündigung "Prey wird fortgesetzt" zu Gesicht. Bis es jedoch so weit ist, arbeitet sich der Spieler in die Tiefen des gewaltigen Organsimus vor, der sich schlicht Sphäre nennt, und wird dabei mit allerhand famosen Ideen, ekligen Kreaturen und knackigen Rätseln überhäuft. Letztere fußen nicht selten auf den veränderbaren Gravitationsverhältnissen - oder der Tatsache, dass Thommy aus der Haut fahren kann.

Prey

Hersteller/Vertrieb

Human Head / 3D Realms/Take2

Genre

Action

Plattform

PC, Xbox 360

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Thommy macht den Spirit-Walk

Als Geisterwesen ist der Cherokee nicht nur für Feinde schwer zu erkennen, sondern kann auch ungehindert Kraftfeldbarrieren passieren oder über Ätherbrücken entlegene Stellen erreichen. "Spirit-Walking" nennt Take 2 dieses coole Kuriosum, das eigentlich nur vom "Deathwalk" übertroffen wird: Denn Sterben ist in "Prey" halb so wild. Jedes Mal, wenn Thommy das Zeitliche segnet, landet er im Vorgarten der ewigen Jagdgründe. Dort kann er mit Pfeil und Bogen ein paar Lebensgeister erlegen, deren Kraft ihn prompt ins Diesseits zurückkatapultiert. Sicherlich ein Umstand, der für die kurze Spieldauer mitverantwortlich ist, gleichzeitig aber kaum Frust aufkommen lässt. Lästiges Laden und Speichern entfällt nahezu vollständig.

Größere Distanzen in den riesigen, pulsierenden, von glänzendem Schleim überzogenen, sich ständig verändernden Level legt Thommy entweder im steuerbarem Gleiter oder per Portale zurück. Die können sich nicht nur überall (an der Decke, in kleinen Kisten, hinter dem Rücken) bilden und Gegner ausspucken, sondern gewähren auch einen Blick auf die andere Seite. Tummeln sich dort Gegner, reicht meist eine simple Granate.

Mit Bio-Waffen gegen den Feind

Apropos: Richtige Granaten sind das eigentlich gar nicht, sondern eher giftig-grüne Käfer, denen Thommy ein Bein ausreißt und die er dann wegschleudert, ehe sie explodieren. "Bio-Raumschiff, Bio-Waffen" lautet das simple Motto der Entwickler, die sich allerlei skurrile, meist lebendige Schießprügel ausgedacht haben. Genial: Eine der Kanonen lässt sich mit vier unterschiedlichen Energiesorten füttern und spuckt dann wahlweise Feuerbälle, Blitze, gleißende Strahlen oder klirrende Frostwellen aus.

In Szene gesetzt wird das mitunter recht martialische Geschehen von einer stark modifizierten "Doom 3"-Engine, die wegen ihrer zahlreichen Bump-Mapping-Effekte und hochauflösenden Texturen für die Darstellung von Metall und lebender Materie wie geschaffen scheint. Neben monströsen Mensch-Maschinen-Mutanten erblickt der Gamer auch sensationelle Licht- und Schattenspiele - eine leistungsfähige Hardware vorausgesetzt.

Auch ohne Multiplayer-Test ein spielerischer Volltreffer

Einzig der Online-Mehrspielermodus konnte noch nicht angetestet werden, da bis Redaktionsschluss das Spiel noch nicht erhältlich und die Zahl der Server-Besucher entsprechend klein war. Allerdings verspricht der Kampf mit der Schwerkraft auch hier eine kleine Revolution.

Und selbst wenn diese ausbleiben sollte, hat "Prey" das Zeug zum absoluten Hit. Derart viele Innovationen wurden Shooter-Fans nur selten zugemutet. Wir warten gespannt auf Teil zwei, der hoffentlich eine kürzere Entwicklungszeit hat.

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.