"True Crime: New York City" Guter Cop, böser Cop


Mit "True Crime 2" veröffentlicht Activision einen facettenreichen New-York-Krimi, der technisch allerdings etwas unausgegoren wirkt.

"True Crime 2" lässt von Anfang an derbe die Fetzen fliegen. Die Geschichte beginnt mit einem Mordanschlag auf den abgehalfterten Straßengangster Marcus und dessen Vater Isaiah. Nachdem dieser allerdings fehlschlägt, sinnt der hitzköpfige Homie auf blutige Rache. Nur dem Wohlwollen seines Freundes und Förderers, einem New Yorker Polizisten, verdankt er es, dass er durch diese Aktion nicht im Knast landet.

Fünf Jahre später ist Marcus geläutert und selbst in den Polizeidienst eingetreten. Ganz im Stil eines klassischen Hollywood-Streifens ist sein damaliger Wohltäter zwischenzeitlich unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Die Aufgabe des Spielers ist klar: die Hintergründe ermitteln und die Mörder zur Strecke bringen.

Die durchaus überraschende Story folgt hauptsächlich Marcus' privaten Motiven, wobei allerdings auch permanent Aufgaben des normalen Polizeialltags wie Verkehrsunfälle, Schießereien oder Diebstähle bearbeitet werden wollen. Während diese "normalen" Cop-Einsätze meist schnell zu lösen sind, gestalten sich die Missionen, die den Plot vorantreiben, deutlich schwieriger und ausführlicher.

Ganz in "GTA"-Manier gilt es dabei, sich in diverse Mafia-, Drogen- und Triaden-Kreise einzuschleusen, wobei sich Marcus seiner eigenen Bandenkarriere erinnern und mit gewohnten Taten beweisen muss, um das Vertrauen der Verbrecher zu erlangen. Dazu müssen zum Beispiel Straßenrennen und illegale Kämpfe absolviert werden, um schließlich die Drahtzieher festzunageln und verhören zu können.

Apropos "GTA": "True Crime 2" kann mit dem Genre-Riesen nicht mithalten. Die Masse an Möglichkeiten, mit der der Konkurrent lockt, wird hier nicht ansatzweise erreicht. Nichtsdestotrotz sind die Marcus' Einsätze abwechslungsreich - zumal er mit allerlei gepimpten Fahrzeugen und Motorrädern Big Apple unsicher machen darf und gelegentlich vor eine moralische Entscheidung gestellt wird: Als guter Cop verhaftet er einen Drogendealer und liefert das sichergestellte Teufelszeug brav ab. Als böser Cop knallt Marcus den Verdächtigen einfach ab, steckt die Drogen kurzerhand ein, nimmt Bestechungsgelder an und kauft sich davon eine neue Knarre auf dem Schwarzmarkt. Der Spieler hat die Qual der Wahl. Je nach Gewissen stolpert Marcus die Karriereleiter hoch. Auf die Geschichte hat seine Gesinnung aber keine Auswirkung.

Das beim Vorgänger oftmals kritisierte Handling wurde dezent überarbeitet. Die Martial-Arts-Kämpfe (in Dojos kann der Spieler allerlei neue Stile lernen) sind nun wesentlich genauer und einfacher gestaltet. Dennoch wirkt die Steuerung immer noch überfrachtet - fast jede Taste ist belegt.

True Crime: New York City

Hersteller/Vertrieb

Luxoflux/Activision

Genre

Action

Plattform

PlayStation2, PC, XBox, GameCube

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

k.J.

An Details wurde im virtuellen Manhattan nicht gespart. Hunderte Shops, Restaurants und Vergnügungsschuppen lassen sich besuchen. In Musikläden kauft sich Marcus neue Tracks für sein Autoradio, beim Pizza-Dealer nebenan gibt's für ein paar Kröten einen Energieschub. Einziges Manko bei der prächtigen Grafik sind die teils üblen Ruckler, Geschwindigkeitseinbrüche und Clippingfehler, die PS2- und GameCube-Besitzern deutlich mehr zu schaffen machen als Xbox-Usern.

Sebastian Vree/Teleschau TELESCHAU

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