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"UFO: Extraterrestrials": Spröde Nostalgie

Vor vierzehn Jahren fielen UFOs im Strategieklassiker "Enemy Unknown" zum ersten Mal über Spiele-Rechner her und hinterließen bleibende Spuren. Jetzt suchen die verwandten "Extraterrestrials" unsere PCs erneut heim.

Nur ein paar Jahrzehnte in der Zukunft haben sich die Menschen den Planeten Esperanza für die Besiedlung erschlossen. Doch die Idylle ist nur von kurzer Dauer. Aliens in fliegenden Untertassen statten dem Felsbrocken im All in regelmäßigen Abständen ihre Besuche ab und hinterlassen stets Tod und Zerstörung. Als Mitglied der Counter Alien Force (CAF) setzt der Spieler mit einem kleinen Trupp Soldaten, Robotern und Wissenschaftlern zum Kräftemessen mit den aggressiven Eindringlingen an.

Neulinge werden eine Weile brauchen, bis sie sich in die Welt von Esperanza hineingefunden haben. Chaos Concept spendierte "Extraterrestrials" nämlich weder Tutorial noch Online-Hilfe. Und als einstiegsfreundlich kann man die erste Phase des Spiels nun wirklich nicht bezeichnen. "Enemy Unknown"-Veteranen hingegen fühlen sich vom ersten Moment an zuhause: der vertraute Bildschirm mit der Weltkugel ist wieder da, über den man die volle Kontrolle über alle Territorien und seine Stützpunkte hat.

Es gilt, die Entwicklung seiner Kolonie voranzutreiben, mit Hochdruck neue Technologien zu entwickeln und die eigenen Basen mit starken Verteidigungsanlagen auszustatten. All dies läuft in Echtzeit ab und kann in mehreren Stufen beschleunigt werden. Doch das Erforschen stärkerer Waffensysteme und anderer Wettbewerbsvorteile motiviert nur bedingt, da es ohnehin sehr zäh vonstattengeht und dann noch von ständiger Geldnot gebremst wird. Die finanziellen Ressourcen bekommt man in regelmäßigen Abständen primär von den angeschlossenen Territorien, in denen man seine Außenposten errichtet hat. Wird eines davon von den Aliens vereinnahmt, ist der Geldhahn aus dieser Region zugedreht.

Taucht ein feindliches Raumschiff auf dem Radar auf, werden Jäger ausgeschickt, um es abzuschießen. Gelingt dies, darf der Spieler mit seinem hoffentlich vorher bestens ausgestatteten Trupp bei der UFO-Havarie landen, das Wrack plündern und die umliegende Gegend erforschen. Hierzu schaltet das Programm in den rundenbasierten Taktikmodus um. Jede Figur verfügt über eine bestimmte Anzahl von Aktionspunkten, die in einer Runde verbraucht werden dürfen. Um für eventuelle unerfreuliche Alien-Begegnungen gerüstet zu sein, sollten Aktionspunkte mit Bedacht eingesetzt werden - was den Spielfluss beim Erforschen des wenig attraktiven Terrains erneut unnötig ins Stocken bringt.

UFO: Extraterrestrials

Hersteller/Vertrieb

Chaos Concept/Paradox Interactive

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 20 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Wer Rundenstrategie liebt und bei der Erinnerung an die alten "X-COM"-Titel einen verklärten Blick bekommt, der mag an dieser Art von Gameplay mit angezogener Handbremse aus nostalgischen Gründen seinen Gefallen finden. Von "UFO: Extraterrestrials" darf man weder besondere Benutzerfreundlichkeit noch prickelnde Spannung oder eine zeitgemäße Optik erwarten. Ein Spiel von "UFO"-Fans für "UFO"-Fans. Doch selbst mancher Vertreter dieser Klientel dürfte sich bei den "Extraterrestrials" fragen, ob das Spielprinzip des legendären Klassikers "Enemy Unknown" mittlerweile nicht doch ein wenig Patina angesetzt hat.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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