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DSL-Anschlüsse Im Datenrausch


Die Werbung von Online-Anbietern preist schnelle DSL-Anschlüsse mit 16000 Kbit/s. Wer solche Geschwindigkeiten braucht und was sie kosten, verrät unser Ratgeber
Von Dirk Liedtke

Es ist kaum zu glauben, wie aggressiv DSL-Anbieter um Kunden kämpfen. Getreu dem alten Fischhändler-Motto "...und noch'n Aal!" machte erst vor zwei Wochen 1&1 sein 3DSL-Paket zu 4DSL: eine Flatrate für DSL, 100 Filme zum Herunterladen und innerdeutsche Telefonate ins Festnetz waren bereits drin, eine Mobilfunkkarte mit eigener Flatrate fürs Festnetz wurde draufgepackt (siehe Tabelle). Der Preis blieb gleich, die Geschwindigkeit des Zugangs ebenso: maximal 16000 Kbit/s. Dieses Tempo zum Herunterladen markiert bei den meisten DSL-Firmen die obere Leistungsgrenze. Nur das spezielle T-Home-Angebot der Telekom über das neue, sogenannte VDSL-Netz ist noch schneller. Aber benötigt der private, preisbewusste Surfer ein solches Turbotempo?

Der Hunger wächst

Der Hunger der Internetnutzer auf eine schnelle Leitung wächst ständig: Fotos auf Web-Communitys wie Flickr oder View hochladen, Musik und komplette Fernsehfilme aus Tauschbörsen oder Online-Shops herunterladen, "World of Warcraft" spielen, im Internetuniversum Second Life ein digitales Doppelleben pflegen, über Internettelefonanbieter plaudern oder sich mit Youtube-Videos amüsieren - all das flutscht mit mehr Bandbreite besser. Zwar gelten 6000 Kbit pro Sekunde im Moment noch als Standard, der für Privathaushalte ausreicht. Aber sobald mehr als ein Rechner am DSL-Anschluss hängt oder gar ein Familienmitglied zu Hause arbeitet, kann sich ein schneller Anschluss mit 16000 Kbit/s lohnen.

Der Preisunterschied ist wie bei 1&1 entweder gar nicht mehr vorhanden oder liegt bei zehn Euro pro Monat wie bei den TelekomPaketen "Call & Surf" oder nur fünf Euro wie bei "Freenetkomplett". Eine Flatrate für Anrufe ins deutsche Festnetz packen viele Anbieter in ihre breitbandigen Komplettpakete mit hinein - ob man will oder nicht. Wer wenig telefoniert oder einen Handytarif mit Flatrate hat, sollte daher einen Tarif wählen, bei dem Festnetzgespräche nicht pauschal abgerechnet werden.

Highspeed-Internet oft graue Theorie

In manchen Fällen erweist sich die ersehnte Hochgeschwindigkeit von 16000 Kbit/s jedoch als graue Theorie. Denn selbst wenn die Websites der DSL-Anbieter für den Wohnort des Interessenten die Verfügbarkeit versprechen, sagt das nichts aus über das tatsächlich erreichbare Tempo. Das stellt sich leider oft erst dann heraus, wenn die Leitung bereits geschaltet ist. Daher lohnt es sich, bei Nachbarn über einen sogenannten Speedtest im Internet das verfügbare DSL-Tempo zu ermitteln. Und man sollte vor dem Vertragsabschluss klären, ob der Anbieter den Preis mindert, wenn sich der Zugang unerwartet als schlapp erweisen sollte.

Verfügbarkeit

Auf der Website des jeweiligen Anbieters kann man die Verfügbarkeit des Angebots an der eigenen Adresse prüfen. Die mögliche DSL-Geschwindigkeit ist dabei nicht zuverlässig erkennbar.

TV-Kabelanbieter

In vielen Gebieten sind TV-Kabelanbieter mit Telefon- und Internetpaketen wie Kabel Deutschland, Kabel BW, Ish und Iesy eine preisgünstige Alternative zu DSL-Anbietern.

Bandbreite

Vor dem Preisvergleich sollte man sich für die gewünschte Bandbreite entscheiden. Am populärsten sind derzeit 6000 Kbit/s, soweit sie verfügbar sind.

Preisvergleich

Achten Sie beim Preisvergleich auf den Unterschied zwischen DSL-Tarifen, die zu einem Telekom-Anschluss mit eigener Grundgebühr dazugebucht werden, und Komplettpaketen ohne weitere Kosten.

Forum als Informationsquelle

Informieren Sie sich in Internetforen über die Erfahrungen anderer Kunden: etwa unter www.teltarif.de.

Sonderaktionen

Irgendwo gibt es immer zeitlich begrenzte Sonderaktionen mit Grundgebührerlass oder kostenloser Installation. Achten Sie auf diese Ersparnisse.

Laufzeiten

Die Laufzeiten variieren stark - zwischen einem Monat und 24 Monaten. Umschaltprobleme schrecken jedoch vom häufigen Anbieter-Hopping ab.

Umfang

Der Umfang der mitgelieferten Geräte variiert enorm. Ideal sind die Fritzboxen von AVM. Sie sind zugleich DSL-Modem, Router und Telefonanlage zum Anschluss der bestehenden Telefone.

Kostenfallen

Im Kleingedruckten können sich Kostenfallen verstecken: So kostet bei Versatel eine Rechnung auf Papier anstatt per E-Mail drei Euro monatlich extra, bei der Telekom sind es 1,40 Euro.

Geld sparen

Wer technisch begabt ist, kann die DSL-Hardware selbst anschließen und Geld sparen: bei Alice etwa 61,90 Euro.

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