EU-Sanktionen Gnadenfrist für Microsoft


Ursprünglich sollte Microsoft sich bis Mittwoch zu EU-Vorwürfen im Streit um Kartellauflagen äußern, um eine Millionenstrafe abzuwenden. Nun hat das Unternehmen etwas Zeit gewinnen können.

Im Streit um EU-Sanktionen hat Microsoft von der EU-Kommission einen weiteren Aufschub erhalten. Der weltgrößte Softwarekonzern habe nun bis zum 15. Februar Zeit, auf neue Vorwürfe der EU-Kommission zu antworten, hieß es am Dienstag in Brüsseler Kommissionskreisen.

Die Wettbewerbshüter hatten Microsoft ursprünglich bis diesen Mittwoch (25. Januar) Zeit für eine Antwort gegeben. Die Behörde hatte dem weltgrößten Softwarehaus wegen anhaltender Verstöße gegen Kartellauflagen in bisher beispielloser Weise mit täglichen Bußgeldern in Millionenhöhe gedroht, falls Microsoft dieser Aufforderung nicht nachkommen sollte.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte dem Konzern ursprünglich nur fünf Wochen Zeit gegeben, sich an die Vorgaben zu halten. Nun hat das Unternehmen drei Wochen mehr Zeit gewonnen.

Die Kommission wirft dem US-Konzern vor, vor knapp zwei Jahren verhängte EU-Sanktionen nur unzureichend umzusetzen. Die Behörde hatte den Giganten aufgefordert, sein Betriebssystem Windows in einigen Bereichen für mehr Wettbewerb zu öffnen. Der Konzern sollte eine vollständige und genaue Beschreibung der Schnittstellen seines Betriebssystems offen legen, damit sichergestellt sei, dass die Software von Konkurrenten mit dem Markt beherrschendem Betriebssystem zusammenarbeiten kann. Microsoft hatte auch ein Rekordbußgeld von knapp 500 Millionen Euro zahlen müssen.

DPA DPA

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