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Peter Molyneux: "Hollywood hat keine Moral"

Der britische Spiele-Designer Peter Molyneux plaudert im Gespräch mit stern.de über sein neues Spiel "The Movies", seine Sicht der Filmindustrie - und alte Fernsehserien.

Herr Molyneux, in "The Movies" leitet der Spieler ein virtuelles Filmstudio. Was unterscheidet den Titel von anderen Strategiespielen?

Es gibt Simulationen zu fast allen Themen: Vergnügungsparks, Zoos oder Flughäfen. Aber "The Movies" ist eine Simulation über die Filmindustrie und deren Geschichte. Das allein ist schon einzigartig. Der Spieler organisiert ein Studio und dreht dort Filme, deren Inhalt und Ablauf er selbst bestimmen kann. Wenn ich solch einen Film erschaffe, kann ich mir sicher sein, dass es ihn in dieser Form kein zweites Mal gibt. Wer möchte, kann sein individuelles Machwerk über das Internet dem Rest der Welt zeigen.

Was fasziniert Sie an Filmen?

Ich denke, jeder findet Filme faszinierend. Die Filmindustrie umgibt uns überall. Man muss nur ein Magazin aufschlagen und findet darin lauter Filmstars. Welches Thema könnte sich also besser eignen, um ein Spiel daraus zu machen?

In Ihren anderen Spielen geht es meistens um den Konflikt zwischen Gut und Böse und die dunkle Seite der Menschen. Ihr neues Thema Hollywood steht hingegen für Glamour und Stars.

Ja, mich interessiert das Thema Macht. Daher entwickle ich gerne Spiele, in denen man Götter spielen kann. Aber ich liebe es auch, kleine Welten zu erschaffen. Und "The Movies" ist so eine kleine Welt. Manche Leute sehen Hollywood als ein fremdes Universum, das nichts mit dem Rest der Welt gemein hat. Die Leute können nun herumspielen und entdecken, wie diese eigene Welt funktioniert. Ich denke, das übt eine Faszination aus.

Was denken Sie über Hollywood?

Ich würde es als unmoralisch bezeichnen. Manchmal macht Hollywood sehr schlechte Dinge, ohne es zu bemerken. Es beeinflusst unsere Kultur in großem Maße: wir ziehen uns an wie Filmstars, handeln wie sie, wir wollen so sein wie sie. Die Leute, die zu der Szene dazu gehören, merken gar nicht, welchen Einfluss sie haben und was sie anrichten können. Wenn sich zum Beispiel ein Star oft betrinkt, kann es sein, dass andere Leute auch mit dem Trinken anfangen. Aber ich glaube nicht, dass Hollywood gut oder böse ist. Es ist einfach nur unmoralisch. Dort gibt es keine Moral.

Im Moment erscheinen viele Spiele, die auf Filmlizenzen beruhen. Die meisten davon sind nicht besonders innovativ.

Das hat viele Gründe. Zunächst ist es extrem teuer, ein Computerspiele zu produzieren. Wir sprechen hier über Beträge von mehreren Millionen Euro. Für ein gutes Spiel braucht man mindestens fünf Millionen. Jeder, der fünf Millionen in irgendetwas investiert, muss sich sicher sein, dass er sein Geld zurück bekommt. Daher setzen die Unternehmen auf Lizenzen. Für sie ist es praktisch, eine Lizenz zu kaufen, kurz ein Spiel zu entwickeln, es schnellstmöglich zu veröffentlichen, und schon bekommen die Firmen ihr Geld zurück. Aber diese Denkweise ändert sich. Mittlerweile entdecken die Leute, dass man auch für einen Lizenztitel viel Zeit opfern und daraus ein großartiges Spiel entwickeln kann. Betrachten wir die aktuellen Neuerscheinungen, fällt uns zunächst die große Masse an Lizenzspielen ins Auge. Aber natürlich muss es ebenso neue, innovative Titel geben. Und ich bin mir sicher, dass immer mehr innovative Spiele veröffentlicht werden.

Werden die Spiele- und die Filmindustrie zu einer großen Branche zusammenwachsen?

Das Problem ist, dass die Filmindustrie die Spieleindustrie nicht versteht und Angst vor ihr hat. Denn die Filmindustrie hat bemerkt, dass Spiele Dinge bewirken können, zu denen Filme niemals fähig sein werden. So können Spiele uns eine persönliche Geschichte erzählen. Nehmen wir zum Beispiel ein Spiel, das in fünf Jahren erscheint. Dieses Produkt besitzt alle Qualitäten, die ein Film auch hat: Es verfügt über wunderschöne Grafik, phantastische Animationen, wundervollen Sound und eine großartige Story. Aber es vermag darüber hinaus etwas, das ein Film niemals können wird: Das Spiel erschafft eine virtuelle Welt, in der eine künstliche Intelligenz auf die individuelle Handlung des Spielers reagiert. In einem Punkt wachsen beide Branchen schon zusammen: Die Spielebranche beginnt, Drehbuchautoren, Regisseure, Kameramänner und Tonspezialisten zu engagieren. Andererseits entfernen die Industrien sich auch voneinander: im Punkt Individualität. Die Spieleindustrie kann all das bewirken, was Filme auch können - und noch mehr. Und ich denke, das Mehr ist der springende Punkt.

Immer öfter werden Elemente aus Filmen in Spiele integriert: zum Beispiel Zwischensequenzen, Kinosound oder professionelle Sprecher. Warum wollen die Entwickler ihre Spiele wie Filme aussehen lassen?

Sehen wir uns beispielsweise die Filme der 60er Jahre an. Als Kind habe ich mir regelmäßig "Doctor Who" im Fernsehen angeschaut. Dabei habe ich mich immer fürchterlich erschrocken und geglaubt, dass die Wesen dort echte Monster wären. Wenn ich mir die Filme jetzt ansehe, stelle ich fest, dass es grauenvoll aussieht und diese Spezialeffekte einfach schrecklich waren. Das Phänomen können wir auch in Spielen beobachten. Wir können Spiele aus der Vergangenheit durchaus mit alten Filmen vergleichen: Dort finden wir schreckliche Spezialeffekte, grauenhafte Kameraführung und schlechte Beleuchtung. Im Laufe der Zeit verändern sich aber die technischen Möglichkeiten. Wir wollen eine Art von Unterhaltung schaffen, bei der sich die Nackenhaare des Spielers aufstellen. Er soll glauben, dass alles, was er gerade sieht, real sei. Es ist schwierig, Inspirationen für solch ein Vorhaben zu finden. Das hat uns eine Menge Zeit und Geld gekostet.

Filme und Spiele - beides sind verschiedene Arten von Unterhaltung. Aber während es normal ist, ins Kino zu gehen, haben Spiele einen schlechten Ruf.

Spielen wird als eine sehr isolierte Handlung angesehen. Die Leute dachten bisher, man geht in sein Zimmer, schließt die Tür und sitzt alleine am Computer. Dieses schlechte Ansehen ändert sich aber gewaltig. Mittlerweile können wir Konsolen verlinken und mit ihnen ins Internet gehen. Die ganze Welt der Computerspiele und -Spieler wächst enorm an und verändert sich. Es entwickelt sich eine eigene Kultur in diesem Bereich. Nicht mehr nur Teenager spielen, sondern auch 20- oder 30-jährige.

Wird Spielen in Zukunft selbstverständlich sein?

Ich bin mir sicher, dass in spätestens zehn Jahren jeder Haushalt mit einem Fernseher auch eine Spielkonsole besitzen wird. Heute hat fast jedes Kind einen Computer oder eine Konsole. Diese Kinder werden heranwachsen, ihre Konsole behalten und einen eigenen Haushalt gründen. Eine Spielkonsole ist ein selbstverständliches Unterhaltungsmedium geworden. Die Leute kommen nach Hause, sehen eine DVD oder das Fernsehprogramm oder spielen ein Spiel.

Interview: Nina Ernst
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.