HOME

Scheibes Kolumne: Digitaler Urlaub

Noch ein paar Stunden und dann fährt Kolumnist Scheibe für zwei Wochen in den Urlaub. Das Notebook soll dieses Mal zu Hause bleiben. Doch wenige andere Geräte haben es doch noch in den Koffer geschafft.

Noch ein paar Stunden und dann fährt Kolumnist Scheibe für zwei Wochen in den Urlaub. Das Notebook soll dieses Mal zu Hause bleiben. Doch ein wenig moderne Technik hat es doch noch in den Koffer und in das Handgepäck geschafft. Dabei fällt auf, wie sehr die modernen Geräte bereits im Alltag angekommen sind.

Schwere Entscheidung

"Der oder ich." Meine Frau ist dieses Mal knüppelhart. Das Notebook muss zu Hause bleiben, sonst fährt sie erst gar nicht mit. Kurz überlege ich und wäge ab, entscheide mich aber doch für meine Frau. Es ist zwar noch viel Arbeit zu erledigen, aber die muss ich dann einfach einmal delegieren.

Von meinen anderen Technikgeräten hat sie aber nichts gesagt und so landen dann doch mehr moderne Tools in meiner Kiste der mitzunehmenden Sachen als gedacht. Dabei ist es sehr erstaunlich, wie sehr sich die Gepflogenheiten doch in den letzten Jahren geändert haben. Der gute alte Walkman hat jedenfalls ebenso ausgedient wie der mobile CD-Player. Dieses Mal nehme ich stattdessen zwei Creative MuVos mit in den Urlaub. Das sind MP3-Player. Der eine hat 64 Megabyte Speicher, der andere 128. Beide Geräte habe ich am PC mit neuen MP3-Dateien gefüttert. Nicht für mich, sondern für die Kinder. Damit sie im Flugzeug und später im Bus nicht zappeln und Terz machen, sondern fürs Erste ruhig gestellt sind. Auf den beiden Playern habe ich jeweils unterschiedliche Hörspiele drauf. Pettersson und Findus. Das Dschungelbuch. Dazu Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen. Sogar eine alte Huih Buh Folge habe ich ausgebuddelt. Haben die Kids ihren Speicher abgearbeitet, können sie die Geräte ja tauschen. Genial: Die beiden MuVus sind zusammen leichter als eine Tafel Schokolade. Und sie lassen sich mit nur einer Batterie betreiben, die ewig hält. Da muss ich am Urlaubsort keine Akkus aufladen.

Freude für den Diplom-Biologen

Ebenfalls in meinem Koffer landet meine Digitalkamera, eine einfache FinePix A202 von Fujifilm. Die hat zwar nur zwei Megapixel, aber das reicht für normale Familienfotos völlig aus. Ich habe mich für die Kamera entschieden, weil sie sich mit AA-Batterien füttern lässt, sodass ich vor Ort keinen Ärger mit Stromadaptern habe. Außerdem habe ich drei Speicherchips, sodass ich im Urlaub knapp tausend Fotos schießen kann. Das sollte reichen. Und wenn dann doch mal am Strand Sand ins Gehäuse kommt, dann ist der Verlust bei der FinePix nicht ganz so schlimm wie bei der Casio Exilim von meiner Frau. Wahnsinn: Vor einem Jahr habe ich noch eine riesige Spiegelreflexkamera mit mir herumgeschleppt. Jetzt macht eine kleine Digitalknippse genau so gute Bilder. Und das superbe Makro der FinePix A202 erlaubt es mir endlich einmal, Käfer, Schmetterlinge und Eidechsen in der Großaufnahme zu fotografieren. Da freut sich der Diplom-Biologe in mir.

Das Handy kommt natürlich auch mit. Da kann ich mich dann vor Ort in ein Netz einwählen und im Büro anrufen, um hier nach dem Rechten zu fragen. Ich hasse diese Telefone auf dem Hotelzimmer, die immer eine horrende Rechnung provozieren. Ich telefoniere lieber auf der Terrasse des Hotelzimmers mit Blick aufs Meer; da quatscht es sich viel besser. Und die Rechnung vom Handy kann ich dann auch problemlos über die Firma abrechnen. Mit einer Hotelrechnung aus dem Urlaub ist das nicht immer ganz so einfach.

PDA muss allein zu Hause bleiben

Nur ein Gerät muss zu Hause bleiben. Mein PocketPC. Zwar habe ich mir im e-Book-Portal von Pdassi noch rasch ein paar elektronische Bücher geholt. Der Gedanke ist eigentlich nicht schlecht: Der PocketPC ist leichter und kleiner als jedes Taschenbuch, kann aber unendlich viele Romane speichern. Da könnte ich Platz im Koffer sparen und hätte im Urlaub mehr Auswahl bei der Lektüre. Dann stelle ich mir vor, wie ich mit dem Gerät am Strand liege und in der gleißenden Sonne das Display nicht mehr klar erkennen kann. Wahrscheinlich geht dem PocketPC auch genau dann der Saft aus, wenn es im Roman total spannend wird. Also: Der PDA bleibt hier und die klassischen analogen Bücher wandern in den Koffer. Man muss ja nicht jeden digitalen Trend mitmachen.

Carsten Scheibe
Themen in diesem Artikel