Scheibes Kolumne Frühjahrsputz am Rechner


stern.de-Kolumnist Scheibe hat sein Büro aufgeräumt, nun sind die Computer-Accessoires an der Reihe. Auch sie müssen einmal gereinigt werden. Scheibes Methoden sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber sie helfen.

Man kann den eigenen Schreibtisch aufräumen, bis kein unnötiges Fitzelchen Papier mehr herumliegt. So richtig sauber bekommt man die Platte aber nicht, an der man viele, viel zu viele Stunden Zeit verbringt. Schuld daran sind die PC-Utensilien, die mit der Zeit Staub, Schweiß und jede Menge allgemeinen Unrat an sich ziehen, bis sie klebrig wirken, dunkle Schatten aufweisen und nix mehr mit dem ursprünglich glänzenden Klavierlackzustand des verkaufsneuen Produkts zu tun haben.

Dagegen muss etwas getan werden. Zu Beginn ist die Maus dran. Die Variante mit Kugel ist bei uns schon lange aus den heiligen Hallen verbannt worden, da immer wieder Krümel zwischen Kugel und Detektor gelangen und so den Mauszeiger ablenken. Doch auch das auf Infrarot-Basis arbeitende Gerät verdreckt mit der Zeit. Am unteren Chassis der Maus drücken sich immer so drei, vier ovale Dreckkissen fest, die sich mit den Fingernägeln ganz gut abpulen und über dem Papierkorb entsorgen lassen, sobald sie "reif" dafür sind.

Dann kommt die Nagelschere zum Einsatz. Mit ihr kann man in die Rille hineingleiten, die bei der Maus zwischen Ober- und Unterschale zu finden ist. Hier sammelt sich stets eine graue Masse aus Staub und Fett an, die sich bei schräg gestellter Klinge leicht herauskratzen lässt. Wenn man jetzt noch mit einem feuchten Tuch über die Oberseite feudelt, sieht die Maus schon einmal wieder aus wie neu. Noch besser: Man traut sich wieder, sie anderen Leuten in die Hände zu drücken. Der Trick mit der Nagelschere greift auch beim Bürotelefon. Auch hier gibt es die Rille zwischen Ober- und Unterseite, in der sich leicht Schmutz ansammelt.

Krümel in der Tastatur

Eine echte Herausforderung ist die Tastatur. In den Zwischenräumen zwischen den Tasten sammelt sich alles an, was aus dem Dunstkreis des Anwenders heraus auf den Schreibtisch fällt - Chipskrümel, Fingernägel, Schuppen, Brotkrumen und Papierschnippsel. Wer die Tastatur reinigen möchte, dreht sie einfach um und klopft ihr ein paar Mal kräftig auf den Rücken. Meist kommt nun mehr Dreck zum Vorschau, als der Anwender in den Wohnhöhlen des Gemeinen Schleimbücklings erwarten würde. Sicherlich reicht er auch aus, um fünf Tastilliarden Milben auf Monate hinaus zu ernähren. Wie dem auch sei: Was draußen ist, kann nun schnell weggewischt werden.

Das Obergehäuse der Tastatur lässt sich abschrauben und in die Spülmaschine legen. So wird es wieder richtig sauber. Andererseíts geht das nicht bei jedem Modell. Dann hilft zur Not immer noch ein guter Spritzer Fensterreiniger. Auf ein Tuch aufgebracht, lassen sich so Tastaturschablone und Tasten gleichzeitig reinigen.

Das Tuch mit dem Fensterreiniger kommt auch zum Einsatz, um die Monitore frontal zu putzen. So lassen sich angesaugter Staub und eingetrocknete Nieser-Tropfen leicht entfernen. Sicherlich sagen die Hersteller der Monitore, dass Fensterreiniger viel zu hart ist und man lieber spezielles und sehr teures Reinigungsmittel verwenden soll. Bei mir hat es aber mit dem Fensterputzer immer funktioniert. Und bis der Monitor sich deswegen eintrübt, hat er eh so viel Leuchtkraft verloren, dass er gegen ein neues Modell ausgetauscht werden muss.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania


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