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Scheibes Kolumne: Golfen oder Fußball?

Beim Fußball-Spiel der Deutschen gegen die Schweden musste stern.de-Mitarbeiter Scheibe lernen, dass die moderne Technik alleine noch nichts nützt, wenn niemand da ist, der sie auch zu bedienen weiß.

Manche Leute wissen einfach nicht, wann es für sie besser ist, einmal keinen Geburtstag zu haben. Letzte Woche waren wir bei lieben Freunden zu einem solchen Ehrentag eingeladen. Ein 40. Geburtstag war zu feiern. Das Ereignis wurde auf dem Golfplatz bei Tremmen begangen - ein idyllisch gelegenes Fleckchen Grün inmitten der Brandenburger Landschaft, nicht weit von Berlin entfernt. Ein wunderbares Ereignis, wenn nicht am gleichen Tag auch die deutsche Nationalmannschaft gespielt hätte. Achtelfinale - gegen die Schweden.

Wo ist der Fernseher?

"Wie sieht es denn mit einem Fernseher aus? Zum Fußball-Gucken?", fragte ich das erwartungsfrohe Geburtstagskind Conny. Die schaute mich irritiert an und erwiderte: "Fußball? Davon weiß ich nichts. Unsere Freunde interessieren sich nicht für Fußball."

Au weia. Durch intensives Nachbohren konnte ich immerhin herausfinden, dass es im Clubhaus wohl einen kleinen Fernseher in einem Nebenzimmer geben sollte. Da könnten wir doch bestimmt die zweite Halbzeit sehen, wenn es denn sein müsste, meinte Conny. Kleiner Fernseher? Hat denn so ein Golfverein nicht wenigstens einen Beamer zur Hand? Tausende von Euros für Schläger ausgeben und keinen Cent fürs Sehvergnügen aufbringen! Ein komisches Völkchen, das da mit Bällen hantiert, die für einen Fußballer doch viel zu klein sind. Und was war das mit der zweiten Halbzeit? Was war mit der ersten?

Das reale Leben ist wichtiger als Fußball

Am Tag selbst war alles wunderbar. Es waren über 20 Kinder vor Ort, die von nachmittags um drei bis Mitternacht über den Golfplatz tobten und richtig viel Spaß im Freien hatten. Wir erwachsenen Gästen bekamen zur Überraschung aller eine echte Golfübungsstunde spendiert. Der Start der Golfstunde fiel allerdings exakt mit dem Anpfiff des Deutschlandsspiels zusammen. Zwei, drei böse Buben verweigerten sich der Lehrstunde und schlichen sich lieber zum Fernseher. So einer bin ich aber nicht. Das reale Leben ist dann doch noch wichtiger als der Fußball.

Am Übungsplatz offenbarte sich der Golflehrer als größter Fußballfan von uns allen. Er sah uns alle mit scharfen Blick an und murmelte: "Ihr wißt gar nicht, was ich hier für ein Opfer bringe, wenn ich euch in dieser Stunde unterrichte."

Der kluge Mann hatte aber vorgesorgt und seine Frau ans Handy und Zuhause vor den Fernseher gesetzt. Sie hatte den Auftrag, ihm per SMS sofort Bescheid zu geben, sobald im Spiel etwas wichtiges passieren würde. Gut sichtbar klemmte sein eigenes Handy am Hosenbund. Na bitte, so würden wir doch alle informiert bleiben, denn im Spiel gegen die Schweden ging es ja bereits um alles oder nichts.

Golf statt Sex

Deutlich entspannter als zuvor suchten wir uns an der Driving Range einen Platz, um ein paar Golfbälle vom grünen Teppich aus abzuschlagen. Das war wirklich Fun pur. Egal, wie man zum Golf als Sport steht: Trifft man den Ball genau richtig und sieht ihn dann nach einem kurzen "Toc!" auf einmal 150 Meter weit schnurgerade durch die Luft sausen, dann ist das schon ein sehr aufregendes Gefühl. Kein Wunder, dass so viele ältere Herrschaften den Golfsport dem anstrengenden Sex vorziehen. Zwischen den Schlägen fanden wir uns immer wieder beim Golflehrer ein, der uns zeigte, wie man seinen Stand verbessert, den Schläger richtig hält und dem Ball nachschaut, nachdem man ihn getroffen hat.

An den Fußball dachten wir erst dann wieder, als plötzlich vom fernen Clubhaus ein lautes Gebrüll losbrach. Da muss etwas Wichtiges passiert sein, dachten wir uns alle. Dann begann auch schon das Handy des Golflehrers zu brummen. Fast ehrfurchtsvoll zog er es vom Gürtel ab und holte die SMS-Botschaft auf den Schirm. Plötzlich erstarrt schaute er auf das Display, bis seine Mundwinkel zu zucken begannen. Mal nach unten und mal nach oben. Dann entschied er sich doch zu einem Grinsen. "Ihr glaubt nie, Leute, was hier auf dem Display steht." Neugierig kamen wir näher. "Hier steht - 'TOR'. Aber hier steht leider nicht, für wen."

Schlechter Spion

Au weia. Verzweiflung machte sich breit. Da hatten wir nun einen Spion und mussten feststellen, dass er anscheinend nicht gut genug ausgebildet war, um uns korrekt Meldung zu erstatten. Auch das zweite Tor wurde uns erst vom Gebrüll aus dem Clubhaus und dann durch eine neu eingehende SMS mitgeteilt. Da wieder die Angabe fehlte, für wen denn das Tor zählen würde, entschieden wir uns, das Gebrüll aus dem Clubhaus zu interpretieren und es als freudig hinzunehmen. Damit könnte es bereits 2:0 für die Deutschen stehen. Genau wussten wir es nicht.

Dann kam das dritte Gebrüll. Dieses Mal aber sehr negativ. Eher ein Buhen. Ein Gegentor? Wir wussten es nicht. Da kam aber schon wieder eine SMS. Der Golflehrer: "Ihr ahnt es sicherlich schon. Die Meldung ist wieder nicht auf den Punkt formuliert. Hier steht nur: 'Rote Karte. Sch.' Heißt das jetzt - Rote Karte für die Schweden? Oder für Schweinsteiger?"

Erste Infos sickern durch

Bevor wir lange weiterrätseln mussten, schickten wir den Mann der Gastgeberin los, um im Clubhaus den aktuellen Stand in Erfahrung zu bringen. Er trottete los und kam nach fünf Minuten auch schon mit den Fakten wieder. 2:0 für Deutschland und rote Karte für die Schweden. Aha. Und wer hat die Tore geschossen? Thomi hob die Achseln: "Keine Ahnung, ich kann mir doch die Namen nicht merken. Wenn's Golfer wären…"

Ach Mensch. Was nützt einem die beste SMS-Ehefrau der Welt oder der lauffreudigste Golfer, wenn die Informationskette auf so drastische Weise unterbrochen wird? Doch ich muss an dieser Stelle dringend pausieren. Ich muss nämlich mit meiner Tochter auf ihr Hort-Fest gehen. Richtig: Das ist wieder genau dann, wenn Deutschland gegen die Argentinier spielt. Gerüchte besagen, dass es in der Küche der Erzieher einen kleinen Fernseher geben soll. Lieber wäre mir aber, ich könnte ein Spiel der Nationalmannschaft auch einmal in meinen eigenen vier Wänden vor meinem eigenen Fernseher erleben.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.