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Sprachlernsoftware: Setzen, Eins!

Nie war es leichter, Fremdsprachen zu pauken als mit moderner Sprachlernsoftware. Die lehrt, korrigiert, prüft - und hört sogar zu.

Von Ulf Schönert

Tims Geduld scheint schier unendlich. Auch nach dem zehnten missglückten Versuch, das Wort "autumn" korrekt auszusprechen, hat er noch einen aufmunternden Blick und sogar ein Lächeln für den Stümper übrig. Stets freundlich bleibt er in der oberen linken Ecke des Programmfensters, zieht allenfalls kurz die Augenbrauen hoch und wartet auf den nächsten Versuch. Tim ist Videotutor der Software "Interaktive Sprachreise english" - eine virtuelle Figur, die ein bisschen aussieht wie Robbie Williams in vielleicht zehn Jahren, sich aber weitaus gepflegter und deutlicher ausdrückt. Mit Tim zu lernen macht Spaß.

Tim kennt seine Schüler. Wie ein Personal Trainer geht er auf sein Gegenüber ein, denn der Computer speichert alle Lernerfolge, weiß immer, welche Lektionen schon dran waren und welche noch kommen müssen, wo der Schüler zuletzt stehengeblieben ist und am besten weitermachen sollte. Er weiß, welche Vokabeln schon dran waren, welche sicher beherrscht werden und welche noch geübt werden sollten. Und, anders als die meisten Engländer, spricht Tim sogar fließend deutsch - man muss ihn nur anklicken und dabei die Alt-Taste drücken.

Nie war das Lernen von Fremdsprachen so einfach wie heute. Was früher nicht mal aufwendig eingerichtete Sprachlabore mit Bandmaschinen und Einzelkabinen hingekriegt haben, schafft heute ein normaler PC. Vorbei sind die Zeiten, als Fremdsprachen-Schüler mit Vokabelzettelkästen hantieren und an langen Wortlisten verzweifeln mussten. Auch die 20-Audio-Kassettenbox von früher braucht niemand mehr.

Individiueller geht's kaum

Sprachkurse am PC sind nicht nur vielfältiger und praktischer, sie sind vor allem individueller als es ein Buch oder eine Hörkassette, ein Volkshochschulkurs oder Schulunterricht sein kann - wie ein guter Lehrer, der auf seinen Schüler eingeht, dabei immer die perfekte Aussprache beherrscht und die korrekte Schreibweise parat hat. Und der sogar zuhört.

Möglich macht das moderne Spracherkennungstechnik, die das vom Schüler Gesprochene mit im Computer gespeicherten Aufnahmen abgleicht, die von Muttersprachlern stammen. Die "Interaktive Sprachreise" der Firma Digital Publishing zum Beispiel analysiert auf diese Weise Übungssätze Wort für Wort. Anschließend zeigt sie in einer Grafik, wie gut die einzelnen Satzteile ausgesprochen wurden, wobei jedes einzelne Wort mit bis zu 100 Prozent bewertet werden kann. "Can (80 Prozent) you (92 Prozent) show (61 Prozent) me (88 Prozent) the (67 Prozent) way (83 Prozent) to (92 Prozent) the (69 Prozent) airport (41 Prozent)?" steht dann da beispielsweise, und man weiß, dass man "airport" noch ein paarmal üben sollte. Denn erst wenn die Software zufrieden ist, kommt die nächsten Lektion dran.

Wer allerdings an die Verheißungen aus der Werbung glaubt, mit Software zum Beispiel Italienisch "ohne Mühe" lernen zu können, irrt natürlich. Selbst die besten Programme setzen Zeit, Fleiß und Lernen voraus. Aber sie machen es den Schülern so angenehm und abwechselungsreich wie möglich: Mal setzen sie Musikuntermalung beim Vokabeltraining ein, mal Fotostorys, mal kommen sie im Gewand eines interaktiven Reiseführers daher. Für diejenigen, die nicht ständig vor dem Monitor sitzen wollen, ermöglichen sie das Lernen auch auf dem Sofa oder unterwegs, indem traditionelle Lehrbücher und Hör-CDs mitgeliefert oder Lückentexte und Vokabelzettel ausgedruckt werden können. Bei manchen Programmen kann man einzelne Lektionen neuerdings auch auf den MP3-Player oder auf das Handy übertragen und unterwegs hören. Sehr hilfreich ist zudem die Möglichkeit, das Gelernte in interaktiven Prüfungen zu testen, die genau auf das individuelle Lernniveau zugeschnitten sind.

Auch für Exoten

Kein Wunder, dass Sprachlernprogramme beliebt sind wie kaum eine andere Software-Sparte: Mehr als 350.000 Programme wurden in diesem Jahr bereits verkauft, hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelt. Fast drei Dutzend Sprachen kann man inzwischen auf diese Weise am PC lernen, darunter auch Exoten wie Suaheli, Hindi, Walisisch, Navajo und Mandarin. Auf Platz eins steht mit großem Abstand Englisch, gefolgt von Spanisch und Französisch.

Auch die Auswahl an Software (siehe Bilderstrecke) wird immer größer: Mehr als 2000 unterschiedliche Kurse sind zurzeit im Angebot, mal für Anfänger, mal für Fortgeschrittene, mal für Wiedereinsteiger, für Kinder oder Erwachsene, für Business oder Freizeit, mal mit vielen Videosequenzen und bunten Effekten, mal sachlich-streng in Grau gehalten. Für die Kleinsten gibt die preisgekrönte Hexe Huckla auf spielerische Weise Vokabelunterricht, Jugendliche können mit cooler Musik beim Chillen lernen: Die "The Grooves"-Reihe kombiniert Pop-, Jazz- und Klassikmusik mit Spanisch-, Russisch-, Chinesisch- und Englisch-Lektionen.

Große Unterschiede existieren auch in der Bedienbarkeit: Mit den Produkten von Digital Publishing, die bei der Spracherkennung ganz weit vorne sind, kommen manche Computer-anfänger nicht so gut zurecht. "Talk Now!" ist da möglicherweise besser geeignet, hat dafür aber nicht so viele Funktionen. Zum Glück kann man viele Sprachlernprogramme vor dem Kauf ausprobieren: Manche gibt es als Demoversion zum Herunterladen oder als Vollversion mit Geld-zurück-Garantie bei Nichtgefallen.

Für welche Software man sich am Ende auch entscheidet: Vermieden werden sollte auf jeden Fall, ältere Versionen billig gebraucht zu kaufen. Gerade weil Lernsoftware in letzter Zeit so viel besser geworden ist, empfiehlt sich immer die jeweils neueste Version.

Mitarbeit: Sönke Jahn / print
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.