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Jetzt erhält er Computer-Spenden: Warum dieser Lehrer aus Ghana Microsoft Word auf die Tafel malt

Was tun, wenn man ein Computer-Programm erklären muss, aber keinen Computer zur Hand hat? Dieser Lehrer aus Ghana hat eine simple Idee: Er malt die Software auf die Tafel.

Richard Appah Akoto aus Ghana ist Lehrer aus Leidenschaft und stand bis vor Kurzem vor einem Dilemma: Seine Schüler mussten einen Test in Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) absolvieren, die Schule aber hatte seit 2011 keinen Computer.

Akoto kam deshalb auf eine ziemlich simple Idee: Er malte Computerfeatures und Software detailgetreu an die Tafel. Sein einziges Werkzeug: bunte Kreide.

"Ich wollte, dass sie wissen oder sehen, wie das Fenster erscheint, wenn sie vor einem Computer sind", sagte Akoto gegenüber CNN. "Ich wollte immer, dass sie Interesse an dem Thema haben, also tue ich immer mein bestes für sie."

Die Fotos von Akoto, der auf Facebook den Spitznamen "Owura Kwadwo Hottish" verwendet, gingen viral. Das Netz war von dem Lehrer, der Microsoft-Word-Diagramme für seine Schüler der Junior High School in Sekyedomase an die Tafel malte, begeistert. "ICT lehren in Ghanas Schulen ist sehr lustig", schrieb er zu seinem Facebook-Post.

Von der Hingabe des Lehrers berührt

Jetzt erntet er die Lorbeeren für seinen ungewollten Ruhm: Menschen und auch Organisationen spenden dem Lehrer und seinen Schülern Laptops und Computer. Damit nicht genug: Microsoft hat versprochen, ihn kostenfrei zu unterrichten, deshalb wurde er bereits nach Singapur geflogen, um beim jährlichen "Microsoft Educators Exchange" teilzunehmen.

Ein Förderer der Universität Leeds schickte bereits einen Laptop nach Ghana, dieses Geschenk war aber nicht das einzige: Inspiriert von der Geschichte des Lehrers schenkte die Computer-Schule "NIIT Ghana" aus der Hauptstadt Accra fünf Desktop-Computer für die Schüler, Bücher und einen Laptop für Akoto. "Wir waren von der Hingabe des Lehrers für seine Schüler so berührt, dass wir entschieden, die Schule mit allem was wir können, zu unterstützen", sagte der Manager der Computer-Schule.

In dieser Woche bedankte sich Akoto mit einem Facebook-Post bei den Spendern. Er schrieb: "Gott, beschütze euch alle." Seine Kunstfertigkeiten an der Tafel gehören damit wohl der Vergangenheit an.

dsw