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"Fälschungsabschreckungssystem" Wie Photoshop versucht, Geldfälschern das Handwerk zu erschweren

Euro Banknoten werden immer fälschungssicherer
Euro-Banknoten werden immer fälschungssicherer
© Daniel Reinhardt / DPA
Sie wollen in Photoshop ein Bild mit einer Euro-Banknote öffnen, und stellen fest: Das klappt nicht. Dahinter steckt eine Software, die Adobe freiwillig anwendet, um Geldfälschern das Leben schwer zu machen.

Vielleicht haben Sie sich schon einmal darüber gewundert: Sie wollen Bilder von Banknoten in Adobe-Photoshop bearbeiten, doch sie können die Foto-Datei nicht öffnen. Stattdessen erscheint eine Meldung und verkündet: "Das Bearbeiten von Banknotenbildern wird in dieser Anwendung nicht unterstützt."

Der Grund für die Meldung ist ganz einfach: Adobe wendet freiwillig in Photoshop eine Software an, die sich "Counterfeit Deterrence System" (übersetzt: "Fälschungsabschreckungssystem") nennt. Die Software verhindert das Bearbeiten von Banknoten-Bildern mit zu hoher Auflösung, die sich als Vorlage für Blüten eignen. Die Software wird bereits seit 2004 in Photoshop verwendet, und zwar auf Bitten internationaler Notenbanken. Gesetzlich ist Adobe nicht dazu verpflichtet.

301.000 gefälschte Euro-Noten im ersten Halbjahr 2018

Wer die dennoch Bild-Dateien bearbeiten will, die sich im Photoshop nicht öffnen lassen, kann auf andere Bildbearbeitungsprogramme ausweichen. Grundsätzlich gilt: Das Fotografieren sowie Bearbeiten von Banknoten ist kein Problem, solange am Ende kein Falschgeld oder täuschend echtes Falschgeld hergestellt wird. Die genauen Bestimmungen können Sie hier nachlesen.

Ticketautomat

Geldfälschen ist offenbar ein lukratives Geschäft: Allein im ersten Halbjahr 2018 zogen Polizei, Handel und Banken in Europa 301.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr - vor allem Zwanziger und Fünfziger. Allerdings wird deutlich weniger Euro-Falschgeld produziert als früher. Das liegt daran, dass die Geldscheine immer schwerer zu fälschen sind.

Vor fünf Jahren kam die neue Generation der Fünf-Euro-Scheine auf den Markt. Später folgten die neuen Zwanzig- und Fünfzig-Euro-Geldscheine. Und am Montag stellte die EZB die neuen Hunderter und Zweihunderter vor, die demnächst freigegeben werden.

tis

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