Xbox 360 Diebesgut macht schlau

Mindestens zehn für deutsche Programmierstudios bestimmte Xbox-360-Entwicklerkonsolen wurden aus einem Lager im rheinischen Düren gestohlen. Nun hofft die Branche, dass die Hardware nicht in falsche Hände gerät.
Von Udo Lewalter

Vergangene Woche feierte man im Hause Microsoft. Auf der "X05"-Hausmesse wurde Medienvertretern aus aller Welt das neue Konsolenflaggschiff Xbox 360 vorgestellt. Was bereits zu diesem Zeitpunkt als Gerücht durch die Reihen geisterte, bestätigte sich dann am Wochenende.

Medienberichten zufolge entwendeten Diebe mindestens zehn so genannte Development-Kits der neuen Spielkonsole aus einem Lager bei Düren. Im Gegensatz zu handelsüblichen Exemplaren verfügen solche Geräte über zusätzliche Funktionen, die Entwickler für die Programmierung von Spielen benötigen. Bereits Ende August wurden die Konsolen aus Hongkong nach Deutschland verschifft. Von Düren aus sollten sie an deutsche Entwicklungshäuser weiterverschickt werden. Doch da kamen sie nie an.

Schutzmechanismen schon jetzt geknackt?

Offensichtlich wurden ausschließlich Konsolen aus dem Lager gestohlen. Eingabegeräte oder Software sollen die Diebe dagegen nicht entwendet haben. Für den Ottonormalverbraucher wäre ein solches Gerät vollkommen nutzlos; nicht so für "Modder". Zumeist in ihrer Freizeit basteln Elektronik-Freaks dieser Szene an so genannten Mod-Chips, mit deren Hilfe die Schutzmechanismen einer Hardware ausgehebelt werden. Somit können modifizierte Geräte beispielsweise unerlaubte Kopien von Spielen abspielen. Im Regelfall erscheinen die Bausteine erst einige Monate nach Veröffentlichung einer Konsole. Im Fall der Xbox 360 könnte dies nun anders sein, sofern Modder bereits jetzt mithilfe des Diebesguts Einblick in die Hardwarestruktur der Konsole haben.

Inzwischen ermitteln das österreichische Bundeskriminalamt in Wien sowie die Staatsanwaltschaft Bonn in dem Fall. Im Zuge der Fahndung sollen Wohnungen und Geschäftsräume in Niederösterreich und im rheinischen Troisdorf durchsucht worden sein. Microsoft nennt bislang keine näheren Details, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist. Man bestätigte bislang nur den Diebstahl der Development-Kits.


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