Chaos Computer Club "Ihr klagt? Wir boykottieren!"


Das scharfe Vorgehen der Musikindustrie auch gegen deutsche Tauschbörsen-Nutzer ist auf Kritik gestoßen. Der Chaos Computer Club fordert sogar den "Boykott der Musikindustrie".

Das scharfe Vorgehen der Musikindustrie auch gegen deutsche Tauschbörsen-Nutzer ist nach der Ankündigung strafrechtlicher Maßnahmen auf Kritik gestoßen. "Diese Art der Kriminalisierung weisen wir weit von uns", sagte Andy Müller-Maguhn, Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC). Der Computerclub rief nach der Einreichung von Strafanzeigen des Branchenverbands IFPI gegen Nutzer von Internet-Tauschbörsen unterdessen zum "Boykott" der in dem Verband vertretenen Musikverlage auf.

"Die Branche hat verschlafen"

"Die Branche soll nicht den Nutzern die Schuld geben, wenn sie selber den Beginn des Informationszeitalters verschlafen und es versäumt hat, ihr Geschäftsmodell an die digitale Welt anzupassen", hieß es in einer Mitteilung des CCC. Nach zum Teil spektakulären Strafanzeigen in den USA haben die Phonoverbände in Deutschland in einer ersten Welle 68 Strafanzeigen erstattet. Den Umsatzrückgang von 19,8 Prozent im Jahr 2003 führt die Branche vor allem auf illegales Kopieren von Musik zurück.

"Ich gehe davon aus, dass es sich bei den Strafanzeigen um eine reine Propaganda-Maßnahme handelt", sagte Müller-Maguhn. Schadenersatzforderungen wie in den USA sind nach Einschätzung des CCC in Deutschland nicht durchsetzbar.

DPA DPA

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