Cloud Computing T-Mobile, Microsoft und das Sidekick-Desaster

Viele Benutzer des Smartphone „Sidekick“ in den USA werden sich in den letzten Tagen gewundert haben, dass ihr Telefon keine Kontaktdaten anzeigt. Wie der Anbieter T-Mobile mitteilte, sind alle persönlichen Informationen wie Kontakt- und Kalenderdaten, Aufgabenlisten und Fotos aufgrund eines Datenverlustes auf den Servern unwiederbringlich gelöscht worden.

Viele Benutzer des Smartphone „Sidekick“ in den USA werden sich in den letzten Tagen gewundert haben, dass ihr Telefon keine Kontaktdaten anzeigt. Wie der Anbieter T-Mobile mitteilte, sind alle persönlichen Informationen wie Kontakt- und Kalenderdaten, Aufgabenlisten und Fotos aufgrund eines Datenverlustes auf den Servern unwiederbringlich gelöscht worden. Verantwortlich dafür ist der zu Microsoft gehörende Sidekick-Hersteller Danger. Ein Imageschaden für alle Beteiligten und schlechte Presse auch fürs aufstrebende Thema Cloud Computing.

Verschiedenen Angaben zufolge kam es beim Upgrade eines SAN-Systems und anschließender Migration zu einem Datenverlust - ein Backup war nicht vorhanden. Das Fatale für die Kunden: Das Konzept des Sidekick sieht eine automatische Synchronisierung zwischen Mobiltelefon und Server vor und bei dem Vorfall wurden nun die Kontakte im Sidekick überschrieben. Sidekick-Funktionen wie Push-E-Mail oder Fotoalben erfolgen sogar ausschließlich auf dem Server. Als Resultat bleibt festzustellen, dass tausende von Benutzern ihre persönlichen Informationen verloren haben und Microsoft sowie T-Mobile USA einen erheblichen Imageschaden zu verzeichnen haben.

In vielen Medien wird nun aufgrund dieses Vorfalls gleich vom Ende des Cloud Computing gesprochen, da schließlich alle Daten der Benutzer „in der Wolke“ gespeichert waren. Allerdings muss man dem entgegenhalten, dass Cloud Computing keine Backupstrategie ersetzt. Die Probleme, die bei Microsoft auftraten und für den Datenverlust sorgten, sind nicht Cloud-spezifisch. Ein Datenverlust bei fehlendem Backup kann in jedem Unternehmen auftreten.

Trotz allem kann man aber feststellen, dass der Vorfall für schlechte Publicity für das Thema Cloud Computing sorgt – ob nun zu Unrecht oder nicht. Auch für Microsoft kommt der Vorfall sicher mehr als ungelegen: Vor kurzem hat der Konzern seinen eigenen Cloud-Dienst namens Azure vorgestellt und ein Vorfall wie nun bei Danger sorgt nicht unbedingt für Vertrauen bei den potenziellen Kunden.

t3n.de

Mehr zum Thema



Newsticker