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Ebay: Gericht verbietet Gebrauch von Herstellerfotos

Das Internetauktionshaus Ebay wird für einen Privatverkäufer zur Kostenfalle: Er hatte sein Navigationsgerät versteigert und für die Auktion ein Foto des Herstellers verwendet. Dieser zog vor Gericht. Der Verkäufer muss jetzt eine saftige Geldstrafe zahlen.

Der achtlose Einsatz fremder Bilder in Ebay-Auktionen kann für den Verkäufer viel Ärger nach sich ziehen. So muss der Anbieter eines Navigationsgerätes nach einer Entscheidung des Brandenburgischen Oberlandesgerichts insgesamt mehr als 3.000 Euro zahlen, weil er das Produktfoto des Herstellers ohne Genehmigung verwendete. «Das ist viel teurer als Falschparken», sagte Gerichtssprecherin Martina Schwonke zu der Entscheidung. Der Privatverkäufer bot im Rahmen einer Online-Auktion ein gebrauchtes Navigationssystem zum Preis von 72 Euro an. Er benutzte für sein Angebot ein Foto, das er nicht selbst hergestellt, sondern aus dem Internet kopiert hatte. Dabei handelte es sich um ein hochwertiges Produktfoto in der Art, wie es auch der Hersteller für seinen Internetauftritt verwendet.

Nachdem der Verkäufer ohne Erfolg abgemahnt worden war, zog der Hersteller vor Gericht. Dabei machte er neben Lizenzgebühren und einem Honorar auch die Kosten für die anwaltliche Abmahnung geltend - insgesamt einen Betrag von knapp 700 Euro. Das Landgericht Potsdam wies diese Klage ab, was der Hersteller nicht hinnahm. Vor dem Oberlandesgericht wies das Unternehmen nach, dass es Urheber der fraglichen Bilder ist, woraufhin der Beklagte eine Unterlassungserklärung abgab. Die Richter entschieden schließlich, dass der Anbieter des Geräts die gesamten Kosten des Rechtsstreits von rund 3.000 Euro zu tragen hat und verurteilten ihn außerdem zur Zahlung von 40,00 Euro Schadensersatz und 100,00 Euro Abmahnkosten. Das Urteil ist rechtskräftig.

AP / AP