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Hype-Technologie NFT Erstes digitales Haus verkauft – für mehr als 500.000 Dollar

Eine Person trägt eine Virtual Reality-Brille und steht vor einem Haus
Das erste digitale Haus kann derzeit über Virtual Reality erkundet werden (Symbolbild)
© lev dolgachov / Picture Alliance
Irdische Immobilienpreise hin oder her: Das neuste NFT-Kunstwerk – ein virtuelles Haus – wurde für mehr als eine halbe Million Dollar verkauft und soll nun Teil einer künstlerischen Renaissance werden.

Gläserne Wände, großzügig geschnittene Räume, glänzende, ausgewählte Möbel – und all das vor einer Kulisse, die nicht aus dieser Welt zu stammen scheint: Ein feuerroter Himmel erstreckt sich über einer massiven Bergkette und natürlich dem Haus, das passend zur Umgebung den Namen "Mars House" trägt. Diese Immobilie gibt es nicht wirklich und man kann auch nicht in ihr wohnen: Trotzdem wurde sie jetzt für mehr als 500.000 Dollar (gut 420.000 Euro), beziehungsweise 288 Ether (einer Kryptowährung ähnlich dem Bitcoin) auf dem NFT-Marktplatz SuperRare verkauft.

Ein Haus aus Licht

"Architektin" des "Mars House" ist die kanadische Künstlerin Krista Kim. Im vergangenen Jahr entwarf sie mit der Hilfe eines (echten) Architekten und einer Videospielsoftware dieses Haus aus Licht. Für Kim sei es eine "Lichtskulptur", wie sie gegenüber dem Architektur- und Designmagazin "Dezeen" erklärte, die ihre Philosophie von einem meditativen Design verkörpere.

Der stolze Besitzer dieser ungewöhnlichen 3D-Immobilie kann sein neu erstandenes Eigentum bisher über Virtual Reality, also in einer computergenerierten virtuellen Umgebung, erkunden. Zukünftig soll dies aber auch über Augmented Reality möglich sein: "Mars House ist bereit für diese Zukunft, in der es auf unsere reale Umgebung übertragen und mit anderen genossen werden kann", erklärt Kim bei "Dezeen". "Wir können es eines Tages auf der Oberfläche des Mars haben. Es stellt einen Paradigmenwechsel unserer Definition von Kunst in einer Augmented-Reality-Welt dar." 

Hype-Technologie NFT

Sein neues Eigenheim wird dem Eigentümer per digitaler 3D-Datei zugeschickt – die jedoch nicht dem aktuellen NFT entspricht. NFT steht für Non Fungible Token und basiert – wie Kryptowährungen – auf der Blockchain-Technologie: dezentralen, öffentlichen Datenbanken, in denen die NFT gelistet werden. Im Gegensatz zu Kryptowährungen sind NFT jedoch einzigartig und können daher als Eigentumszertifikate verwendet werden. Auf diese Weise sind sie gut dafür geeignet, digitale Kunstwerke zu kaufen, verkaufen oder zu sammeln. Auch aus Kims Sicht haben NFT als digitale Eigentumszertifikate eine neue Welt für digitale Künstler eröffnet und könnten deren Zukunft bestimmen: "NFT sind ein Teil der Lösung. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten und es wird die größte kreative Renaissance in der Geschichte der Menschheit werden", sagt sie "Dezeen".

Dass das Interesse an digitaler Kunst und NFT steigt, hatte bereits der spektakuläre Verkauf eines digitalen Bildes durch das Aktionshaus Christie's Anfang März gezeigt. Die Besitzrechte an diesem Online-Kunstwerk wurden für umgerechnet knapp 58 Millionen Dollar verkauft– und machten das digitale Bild damit zum drittteuersten je verkauften Bild eines noch lebenden Künstlers weltweit.

Quellen: "Dezeen" / "The Guardian"

as

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