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EU-Richtlinie: Preiserhöhung bei Ebay

Auch Ebay muss in seine Preise jetzt die in den Ländern der EU übliche Mehrwertsteuer einkalkulieren. Die meisten Auktionen, Provisionen und Zusatzleistungen kosten ab 1. Juli mehr.

Handeln beim Internet-Auktionshaus Ebay wird schon bald teurer werden. Grund dafür ist eine EU-Richtlinie, die zum 1. Juli in Kraft tritt. Nun müssen auch E-Commerce-Anbieter, die ihren Firmensitz außerhalb der Europäischen Union haben, sich an die europäischen Spielregeln zur Mehrwertsteuer halten - das umging Ebay bisher, weil der Internet-Auktionator seine Geschäfte über eine Schweizer Aktiengesellschaft abwickelt.

Preiserhöhungen unterschiedlich verteilt

Grundlage für den in unterschiedlichen EU-Ländern unterschiedlich hohen Mehrwertsteuersatz wird bei Ebay der Wohnsitz des Verkäufers sein. Ebay wird die Mehrwertsteuer allerdings nicht einheitlich auf alle Gebühren umlegen. Für Versteigerungen bis zu einem Startpreis von 1,99 Euro bleibt alles wie es war. Auch die Kosten für einige Zusatzoptionen und Sonderfälle bleiben gleich. Im Hochpreissegment sowie bei den Angeboten auf der Startseite schnappt die Gebührenfalle dagegen richtig zu: Angebotsgebühren für "Sonderfälle" wie Kraftfahrzeuge, Boote, Flugzeuge und Motorräder verdoppeln sich. Auch Provisionen werden entschieden höher ausfallen.

Neue Gebührenstruktur reflektiert Markt

Im Rahmen dieser Neustrukturierung hat Ebay seine Möglichkeiten gut genutzt: die Preissteigerungen liegen teilweise durchaus über den durch die EU-Richtlinie notwendigen Erhöhungen. Die neue Gebührenstruktur reflektiere den Wert stärker, den ein Verkauf über den deutschen Ebay-Marktplatz darstellt, so Ebay-Sprecher Joachim Guentert.

Vorteile für gewerbliche Verkäufer

Gewerbliche Verkäufer sind von der Mehrwertsteuer befreit, wenn sie eine gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben können. In den nächsten Tagen will Ebay für sie ein Online-Formular bereitstellen, über das Verkaufsprofis ihre Ust-IdNr. anmelden können.

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