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Facebook-Studie: So sieht Verlieben auf der Pinnwand aus

Kennenlernen auf der Profilseite, Flirten per Pinnwandeintrag und Liebesbotschaften im Chat. Datenexperten haben herausgefunden, wie das Suchen und Finden der Liebe auf Facebook funktioniert.

Von Timo Brücken

Facebook weiß alles über uns: Wo wir arbeiten, wer unsere Freunde sind oder zu welchen Konzerten wir gehen. Und angeblich auch, in wen wir uns verlieben - lange bevor wir es auf unserer Profilseite öffentlich machen. Datenspezialisten des Konzerns haben untersucht, wie es in der Informationsflut des Sozialen Netzwerks aussieht, wenn zwei Menschen mehr werden als nur Freunde. Ihre Erkenntnisse haben sie im Facebook-eigenen Blog zusammengefasst.

Carlos Diuk und seine Kollegen sammelten anonymisierte Daten von Personen, die ihren Status bei Facebook in "In einer Beziehung" geändert und zusätzlich ein bestimmtes Datum für den Beginn der Beziehung angegeben hatten. Dann untersuchten sie die Interaktionen dieser Personen mit ihrem Partner in jeweils 100 Tagen vor und nach dem angegeben Datum. Die erste Erkenntnis daraus: "Beziehungen beginnen mit einer Phase des Werbens."

Weniger, aber positivere Pinnwandeinträge

Wenn sich zwei Menschen auf Facebook näher kommen, schreibt Diuk, besuchen sie die Profilseiten des jeweils anderen, hinterlassen Einträge auf dessen Pinnwand und schreiben einander private Nachrichten. In den hundert Tagen vor dem Beziehungsstart steigt die Zahl dieser Interaktionen "langsam, aber stetig" an, auf durchschnittlich bis zu 1,67 Pinnwandeinträge am Tag. Flirten und Kennenlernen eben. Sobald die beiden allerdings offiziell ein Paar sind, fällt die Zahl rapide wieder, auf durchschnittlich 1,53 tägliche Posts. Vermutlich weil die Liebenden nun Besseres zu tun hätten, als einander auf die Pinnwand zu schreiben, so Diuk. "Das Werben ist vorbei und Online-Interaktionen werden durch solche in der physischen Welt ersetzt." Die Zahlen bedeuten also nicht, dass mit dem Start der Beziehung auch das große Schweigen anfängt.

Ganz im Gegenteil: Die wenigen Posts, die nach wie vor ausgetauscht werden, sind sehr viel "süßer und positiver", fanden die Experten heraus. Dazu untersuchten sie den Anteil positiver Wörter wie "love", "nice" oder "happy" gegenüber dem solcher Begriffe, die auf negative Emotionen hindeuten. "Hate", "hurt" oder "bad" zum Beispiel. Die positiven Gefühlsäußerungen nehmen laut ihren Erkenntnissen in den letzten Tagen vor Beziehungsbeginn rapide zu, erreichen ein bis zwei Tage danach ihren Höhepunkt und bleiben danach auf einem gleichbleibend hohen Level. Liebe macht eben glücklich.

Die Mini-Studie ist Teil einer Serie, für die Facebooks Datenspezialisten verschiedene Aspekte des Themas Liebe und Soziale Netzwerke untersucht haben - zum Beispiel die Rolle von Religion, Alter oder Wohnort.

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