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Falsche E-Mail vom Anwalt: Betrüger verschicken gefälschte Abmahnungen

Die nächste Abmahnwelle rollt: Per E-Mail fordern Anwaltskanzleien wegen illegalen Downloads zwischen 200 und 500 Euro. Doch die Nachrichten sind Fälschungen - und enthalten Viren.

Abmahnungen sind ein umstrittenes Geschäft, doch nun versuchen Kriminelle scheinbar, sie als Tarnung für ihre fiese Masche zu missbrauchen: Per E-Mail fordern sie Beträge zwischen 200 und 500 Euro für den illegalen Download von Musikalben. Zahlen solle man innerhalb von 48 Stunden, ansonsten würden "enorme juristische Konsequenzen drohen". Angebliche Absender: Rechtsanwaltskanzleien wie Scheuermann/Westerhoff/Strittmatter aus Berlin oder Sasse & Partner aus Hamburg. Sie sind keine Unbekannten im Abmahngeschäft, aber in diesem Fall unbeteiligt.

Denn bei den Nachrichten handelt es sich um Fälschungen, die außerdem noch gefährlich sind. Im Anhang befinde sich eine zip-Datei, "in der höchstwahrscheinlich ein Virus steckt", warnt der Berliner Medienanwalt Johannes von Rüden, der das Portal abmahnhelfer.de betreibt. Abmahnungen per E-Mail seien nicht völlig unüblich, aber äußerst selten. Außerdem lasse sich die Fälschung an der kurzen Zahlungsfrist erkennen, schreibt "PC Games": "48 Stunden sind mindestens unseriös."

Die Kanzlei Sasse & Partner rät "allen Empfängern solcher E-Mails dringend, keine Zahlungen zu leisten und die E-Mail einfach zu ignorieren und den Anhang nicht zu öffnen." Und Johannes von Rüden ergänzt: "Rufen Sie bitte auch nicht bei der angegebenen Rufnummer an. Hierbei handelt es sich um Privatanschlüsse, die nun auch nicht zusätzlich belästigt werden müssen."

tim