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Holtzbrinck lässt umbauen: Das letzte Zucken der VZ-Netzwerker

Die Ära der VZ-Netzwerke ist vorüber. Mit einem anderen Namen wagt die Plattform demnächst den Neuanfang – der Erfolg ist zweifelhaft.

Einst hip und cool, jetzt nur noch eine Geisterstadt: Die VZ-Netzwerke haben mit stetig abnehmenden Nutzerzahlen zu kämpfen. Jetzt sollen ein neuer Name und eine konkretere Zielgruppe den Wandel bringen. Statt VZ Netzwerke wird die Dachmarke künftig Poolworks heißen, erklärte das Unternehmen Holtzbrinck.

Im vierten Quartal folgt dann die Umbenennung von SchuelerVZ zu Idpool.de. Das Schüler-Portal soll zu einem "edukativen Angebot" werden, teilte die Betreiberfirma mit. Mit einem Eintrittsalter von zehn Jahren unterschreitet es Facebook deutlich, das derzeit erst ab dreizehn Jahren erlaubt ist. Allerdings prüft angeblich auch Mark Zuckerbergs Plattform, wie es das eigene Portal für Kinder öffnen könnte.

Ungewisse Zukunft für StudiVZ und MeinVZ

Bis Ende des Jahres sollen auch "neue Optionen" für die Tochternetzwerke MeinVZ und StudiVZ geprüft werden. Ob die Plattformen ebenfalls runderneuert, verkauft oder sogar beerdigt werden, läst das Unternehmen offen. Im Zuge des Umbaus mussten 25 der zuletzt 70 Mitarbeiter gehen. Aufgeben wollen die Betreiber aber nicht: In diesem Jahr stehe ein "Befreiungsschlag" an, ließ Firmenchefin Stefanie Waehlert mitteilen. "Wir wollen unsere führende Position im Markt für soziale Jugendnetzwerke ausbauen." Mit der neuen Ausrichtung ergänze SchülerVZ das Angebot des Mutterkonzerns Holtzbrinck und seiner Digitalsparte.

Die VZ-Netzwerke leiden unter der schier übermächtigen Konkurrenz von Facebook, immer mehr Nutzer kehren StudiVZ und Co. den Rücken. Die Zahl der Seitenbesuche (Visits) sank im Mai laut IVW auf 44,7 Millionen; ein Jahr zuvor waren es noch 206,7 Millionen, im Mai 2010 sogar noch 466,2 Millionen.

cf/DPA / DPA
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