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Napster: Prepaid Card für Musik-Kauf im Internet

Der Online-Musikdienst Napster will ab Mitte November in den USA erstmals so genannte Prepaid Cards für das kostenpflichtige Herunterladen von Musik aus dem Internet verkaufen.

Die "Napster Card" solle 14,85 Dollar (knapp 13 Euro) kosten und den im Voraus bezahlten Online-Kauf von 15 Musikstücken ermöglichen, teilte das zum Roxio-Konzern gehörende Unternehmen in Los Angeles mit. Mit dem neuen Bezahlmodell wendet sich Napster vor allem an Jugendliche, die so ohne Kreditkarte Musik im Internet einkaufen können.

Napster nimmt heute zunächst in den USA und später auch in anderen Ländern eine neue Plattform für den kommerziellen Musikvertrieb im Internet in Betrieb. Die Nutzer sollen auf über eine halbe Million Musikstücke zugreifen können. Anfang Oktober hatte zunächst ein eingeschränkter Testbetrieb begonnen. Fraglich ist jedoch, ob das legale Angebot die Popularität der einstigen Tauschbörse und vor allem die damalige Zahl der Nutzer von mehr als 60 Millionen erreichen wird. Das alte Napster, bei dem die Nutzer ihre Musikdateien kostenfrei von Computer zu Computer tauschen konnte, hatte nach einer massiven Klagewelle der Musikindustrie wegen Urheberrechtsverletzungen aufgegeben. Die Musikindustrie machte Napster für starke Umsatzeinbrüche beim CD-Verkauf verantwortlich und zwang den Dienst schließlich per Gericht zur Schließung.

Roxio will das Unternehmen, das vor einem Jahr Insolvenz anmeldete, nun als kommerziellen Dienst neu etablieren. Ab heute offeriert Napster allen PC-Nutzern in den USA einzelne Musikstücke für 99 US-Cent und ganze Alben für 9,95 Dollar. Nun muss Napster mit seinen Nachahmern wie den nach wie vor kostenlosen Tauschbörsen Kazaa und iMesh sowie dem wachsenden legalen Online-Angebot wie etwa Apples erfolgreichem 'iTunes' konkurrieren.

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