HOME

Onlinehandel: Luxushersteller schlachten Ebay-Urteil aus

Die Millionenstrafe, die ein ein französisches Gericht Ebay auferlegt hat, versetzt die gesamte Branche in Aufregung. Das Urteil hat auch Auswirkungen auf viele kleinere Online-Händler. Den klagenden Konzernen geht es nicht nur um Plagiate, sie wollen den freien Handel mit Luxusgütern im Web kontrollieren.

Das harte Urteil gegen Ebay dürfte die Branche in Aufregung versetzen. Andere, kleinere Onlinehändler würden sich daran orientieren. Eies habe Signalwirkung, sagte Martin Ruppmann, Geschäftsführer des Kosmetikbranchenverbands VKE. "Für die Luxusgüterbranche ist dies ein sehr positives Urteil. Es führt dazu, dass auch Ebay-Konkurrenten sich der Problematik bewusster werden", sagte am Dienstag René Weber, Analyst für Luxusgüterhersteller bei der Bank Vontobel.

Am Montag hatte das Pariser Handelsgericht das Auktionshaus Ebay zu einer Strafe von 38 Millionen Euro verurteilt, weil es den Handel mit gefälschten Produkten ermöglicht habe. "Das ist ein Betrag, der wehtut", sagte Weber in Bezug auf eine abschreckende Wirkung. Zudem rügte das Gericht, dass Originalparfüms versteigert wurden, die der Konzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) ausschließlich über ein exklusives Händlernetz verkauft. Ebay hat Berufung eingelegt und wartet ab. "Wir analysieren derzeit, ob wir reagieren wollen oder müssen", sagte am Dienstag Arndt Berger, bei Ebay Koordinator für Rechtsstreitigkeiten in Europa.

Der Prozess hat Parallelen zu Debatten um Online-Videoplattformen wie Youtube oder Anbieter von Internetzugängen wie T-Online. Filmstudios und Musikunternehmen beklagen, dass über das Internet sowie über Videodienste massenhaft gegen Urheberrecht verstoßen wird. Gegen Youtube liegt gar eine Klage über eine Milliarde Dollar vor. Die kritisierten Konzerne argumentieren alle, dass sie nicht für die Inhalte auf ihren Plattformen verantwortlich seien - sondern nur dafür, beanstandete Ware möglichst schnell zu entfernen. Die heftigen Auseinandersetzungen zeigen zudem, welche wirtschaftliche Bedeutung das Internet mittlerweile für den Vertrieb von Diensten und Produkten gewonnen hat.

Schaden in Millionenhöhe

Nach VKE-Schätzungen entstand 2007 in Deutschland allein durch den Handel mit gefälschtem Parfüm über Ebay ein Schaden von rund acht Millionen Euro. Insgesamt machten die Firmen, die im VKE organisiert sind, einen Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro. Etwa ein Fünftel der über Ebay angebotenen Kosmetik ist nach VKE-Schätzung gefälschte Ware oder Hehlerware.

Ebay kritisiert das französische Urteil wegen der möglichen Einschränkungen für den Onlinehandel. "Es geht letztlich darum, zu verhindern, dass bestimmte Produkte online verkauft werden", so Ebay-Jurist Berger. "Es wird ein System geschützt, das mittelfristig darauf abzielt, die Preise hochzuhalten", sagte Berger weiter. Es könne nicht sein, dass europäische Verbraucher nicht von möglicherweise günstigeren Angeboten in anderen Ländern durch eine Onlinebestellung profitieren können.

Firmen wollen Einfluss nehmen

Um die Kontrolle nicht zu verlieren, haben sich Luxusfirmen mittlerweile dem Onlinevertrieb geöffnet. "Wenn Originalprodukte im Internet auf sauberer Vertragsbasis gehandelt werden, ist nichts einzuwenden", sagte Verbandsvertreter Ruppmann. Führende Marken wie Gucci oder Louis Vuitton betreiben eigene Onlineshops. Zudem gibt es etablierte Onlinehändler wie Yoox oder Net-a-porter für Mode oder Douglas für Kosmetik. Entscheidend sei für die Hersteller, dass sie Einfluss auf die Qualität der Händler, Preise und Vertriebswege hätten, sagte Analyst Weber.

Auf europäischer Ebene unterstützt die EU-Kommission zwar das Anliegen Ebays, bestehende Barrieren für den grenzüberschreitenden Onlinehandel abzubauen. Bei Produktpiraterie machen die Beamten aber Druck. So fordert Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy von den Webhändlern mehr Engagement im Kampf gegen gefälschte Produkte. "Markeneigner und Onlineplattformen sollten sich zusammentun und gemeinsam Lösungen suchen", sagte McCreevy kürzlich. "Wenn es keine Lösung gibt, wird der Druck für Gesetze auf EU-Ebene zunehmen."

FTD
Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.