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Die Google-Falle: So dreist trickst die Schlüsseldienst-Mafia im Netz

Steht man verzweifelt vor der verschlossenen Wohnungstür, ist man bei der Suche nach einem Schlüsseldienst nicht wählerisch. Doch wer sich den per Google sucht, erlebt schnell eine böse Überraschung.

Von Malte Mansholt

Ein Schlüssel steckt in einem maroden Schloss. Ein Fall für den Schlüsseldienst?

Wenn das Schloss klemmt, suchen immer mehr Verbraucher Online nach einem Schlüsseldienst.

Wer auf die Hilfe eines Schlüsseldienstes angewiesen ist, befindet sich meist in einer emotionalen Ausnahmesituation. Durch den Stress ist das Urteilsvermögen eingeschränkt, man neigt zu einfachen Lösungen. Genau das machen sich die Betreiber von dubiosen Schlüsseldiensten bereits seit Jahren zu Nutzen - um dann abzukassieren.

Was früher Tricksereien bei Telefonbuch und Auskunft waren, sind heute Suchmaschinen-Rankings: Um möglichst viele Kunden abzugreifen, bedienen sich einige Unternehmer durchaus kreativer Tricks, wie Blogger Tobias Gillen entdecken musste. Der Chefredakteur des etablierten Blogs "Basic Thinking" wunderte sich über die große Anzahl an Spam-Kommentaren, die für Schlüsseldienste warben. Er ging der Sache nach - und deckte in zwei Monaten Arbeit ein riesiges Geflecht falscher Schlüsseldienste auf.

Falsche Firmen, echte Rechnungen

Denn egal in welcher Stadt er vorgeblich anzurufen schien: Am Telefon waren immer wieder die gleichen Personen. Die meldeten sich nur mit "Schlüsseldienst", ein Unternehmen oder einen Standort wollten sie nicht preisgeben. Die zum Teil absurden Dialoge hat Gillen auf Basic Thinking dokumentiert. Zusammen mit dem immer gleichen Anmelder der jeweiligen Webseiten deutet alles darauf hin, dass es sich bei einer großen Anzahl der gefundenen Schlüsseldienste um eine einzige "Firma" handelt.

Die Masche ist einfach: Mittels einer ganzen Reihe von Tricks wie Spam-Beiträgen auf öffentlichen Blogs wird das Suchmaschinen-Ranking der vorgeblichen Schlüsseldienste erhöht. Sucht man dann einen Schlüsseldienst für eine bestimmte Stadt, landet man stattdessen auf der Homepage einer gefälschten Firma. Die zeigt zwar Name und Foto der vermeintlichen Inhaber - sie existieren vermutlich aber gar nicht. Social-Media-Profile sind vorhanden aber weitgehend leer, die Fotos stammen aus Bilddatenbanken.

Nur die Telefonnummer ist echt - führt aber in eine Zentrale an einem völlig anderen Ort. Dort nimmt man die überteuerten Aufträge an und vermittelt sie zurück an freie Mitarbeiter vor Ort. Die Kunden merken davon in der Regel nichts, sie wollen bloß möglichst schnell wieder in die eigene Wohnung. Am Ende präsentiert der vermittelte Türöffner eine saftige Rechnung. So lässt sich mit sehr wenig Aufwand sehr viel Geld verdienen - vor allem für den zentralen Vermittler.

Die seriösen Schlüsseldienste leiden

Für die echten Schlüsseldienste ist das Ganze eine Katastrophe: Sie verlieren durch das schlechtere Ranking in der Suchmaschine wertvolle Kunden - die bei ihnen eigentlich viel günstiger weg kämen. Zudem leidet der Ruf der ganzen Branche unter der dreisten Geschäftspraxis.

Gegenüber dem stern bestätige Tobias Gillen, dass es eigentlich sehr einfach sei, die falschen Schlüsseldienste zu erkennen: "Man bemerkt es im Gespräch". So melden sich die falschen Dienste aus nachvollziehbaren Gründen nie mit einem Firmennamen oder dem Ort - und weichen Fragen danach aus. Auch Fachfragen bringen sie schnell ins Schleudern - sie können sie schlicht nicht beantworten. Ein echter Schlüsseldienst hat damit in der Regel aber keine Probleme.

Problem besteht seit Jahren

Neu ist das Geschäft mit den falschen Schlüsseldiensten indes nicht. Bereits vor Jahren bedienten sich viele auf dem unkontrollierten Markt mieser Tricks, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Früher begannen die Firmennamen etwa mit Einsen oder einer Reihe von "A"s - um so möglichst vorne im Telefonbuch zu landen. Bei den Verbraucherzentralen kennt man das Problem entsprechend. Dort raten sie, sich bereits möglichst im Vorhinein über einen Schlüsseldienst in der Nähe zu informieren und eine Visitenkarte bei sich zu tragen oder einen Aufkleber im Haus zu platzieren. Muss man doch spontan einen anrufen, sollte man nicht selbst den Ort verraten, sondern das Gegenüber danach fragen - kommt keine klare Antwort, ist man bei einer der Tarnfirmen gelandet. Seriöse Schlosser sollten außerdem bereits am Telefon in der Lage sein, einen Preisrahmen zu vereinbaren.

Von im Internet angebotenen Versicherungen halten die Verbraucherschützer indes wenig. Sie versprechen, für eine monatliche Gebühr einen Schlüssel vorzuhalten und dadurch die teuren Einsätze zu ersparen. Da Schlüsseldienste in der Regel aber nur sehr selten benötigt werden, lohnen sich die Versicherungen meist schlicht nicht.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(