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Soziale Netze: Zehn goldene Facebook-Regeln

Das größte Freundesnetzwerk der Welt zieht immer mehr Nutzer in seinen Bann, mehr als 300 Millionen sind bereits bei Facebook vernetzt. Der Zugang zum kostenlosen Service ist zwar recht einfach, dennoch gibt es einige Tipps, mit denen Facebook noch mehr Spaß bringt.

Von Gerd Blank

Schreiben Sie Ihren Freunden noch Briefe? Oder wenigstens eine E-Mail? Falls diese Fragen mit "Wieso, ich bin doch bei Facebook" beantwortet werden, Sind Sie auf der Höhe der Zeit. Das entspricht auch einem großen Trend, der gerade die Art unserer Kommunikation komplett umkrempelt. Mehr als 300 Millionen Nutzer sind weltweit bei Facebook registriert und nutzen die kostenlose soziale Community, um sich zu verabreden und Nachrichten auszutauschen. Per Facebook werden Bücher, Filme und Internetseiten empfohlen und Spiele gespielt. Junge Leute fragen nicht mehr nach der Telefonnumer, sondern fügen Freunde einfach per Mausklick ihren Kontakten zu.

Allerdings gehen viele Facebook-Nutzer sehr leichtfertig mit ihren eigentlich privaten Informationen, Bildern und Daten um. Mit Suchmaschinen lassen sich zum Beispiel Partybilder finden, auch noch nach Jahren. Wer folgende goldene Regeln befolgt, kann aber die potenziellen Gefahren reduzieren.

Vor der Anmeldung

Die kostenlose Registrierung ist schnell erledigt. Aber bevor die persönlichen Daten eingetippt werden, sollten sich Neulinge überlegen, weshalb und wofür sie Facebook nutzen wollen. Um mit Freunden in Kontakt zu bleiben? Um Fotos auszutauschen? Oder um neue Menschen kennenzulernen? Facebook kann all das und noch mehr. Allerdings muss man für die meisten Zwecke auch Privates preisgeben – und da sind Name, Geschlecht und Geburtsdatum noch die harmlosesten Daten.

Registrierung

Direkt auf der Homepage können die erforderlichen Daten eingetragen werden. Neue Nutzer müssen mindestens 13 Jahre alt sein, sonst wird ihnen die Anmeldung verweigert. So weit, so einfach. Bereits der nächste Schritt erfordert allerdings die volle Aufmerksamkeit: Facebook durchsucht auf Wunsch private E-Mail-Postfächer nach Kontakten, die möglicherweise auch bei Facebook registriert sind. Hierfür müssen die entsprechenden Zugangsdaten der Postfächer, also Benutzername und Passwort, eingetragen werden. Facebook verspricht zwar, diese Daten nicht zu speichern, dennoch erlaubt man so einem anderen Unternehmen einen Einblick in die Privatsphäre. Hier muss das neue Facebook-Mitglied zwischen Nutzen und möglicher Gefahr abwägen.

Je mehr persönliche Daten ein Nutzer eingibt, desto besser lässt sich dieser auch finden. So kann man beispielsweise nach Kollegen und Mitschülern suchen. Zudem werden neuen Mitgliedern auch Personen vorgeschlagen, die sie möglicherweise kennen könnten. Zudem lässt sich natürlich ein Profilfoto hochladen, um anderen Nutzern zu zeigen, wie man aussieht. Generell gilt: Facebook-Frischlinge sollten sehr zurückhaltend mit der Preisgabe privater Informationen sein. Lernen Sie erst einmal das System kennen. Erst nach längerer Nutzung erschließen sich die vielfältigen Funktionen.

Anmeldung geglückt – und jetzt?

Ein soziales Netz funktioniert natürlich nur, wenn es von genügend Maschen zusammengehalten wird. Ohne Freunde macht Facebook keinen Spaß und wenig Sinn. Um also "Spielkameraden" zu finden, nutzt man das Suchfeld, welches sich oben rechts befindet. Hier kann man einfach nach einem Namen suchen. Schnell sieht man bei einer Suche auch, ob andere Facebook-Nutzer etwas von sich preisgeben. Während einige Nutzer außer dem eigenen Namen kaum etwas anzeigen lassen, kann man bei anderen private Fotos anschauen und erfährt, mit wem sie befreundet sind. Oft ist diese Offenherzigkeit gar nicht freiwillig. Viele wissen gar nicht, was andere von ihnen zu sehen bekommen.

Nach dem ersten Umschauen bei Facebook sollten die Einstellungen aufgesucht werden, denn hier ist die Schaltzentrale des sozialen Netzwerks. Wie üblich kann man über die Einstellungen sein Passwort ändern oder eine neue E-Mail-Adresse festlegen. Doch die Möglichkeiten gehen deutlich weiter. Hier lohnt es sich, ein wenig Zeit für die Anpassung zu investieren – so bleibt man vor bösen Überraschungen verschont.

Privat bleibt privat

Man kennt die Geschichten: Arbeitgeber, die sich bei Facebook über Angestellte informieren oder Partybilder, die man nüchtern lieber nicht im Internet finden würde. All dies lässt sich leicht über die „Privatsphäre-Einstellungen“ verhindern. So lässt sich festlegen, welche Informationen wem zugänglich gemacht werden. Man möchte nicht über Google gefunden werden? Kein Problem. Nur Freunde sollen private Fotos sehen dürfen? Ein Haken an der richtigen Stelle und auch diese Einschränkung gilt.

Nachdem die Einstellungen für die Privatsphäre nach den eigenen Wünschen angepasst wurden, lässt sich anzeigen, wie die Facebook-Seite von den eigenen Freunden gesehen wird.

Anwendungen nutzen

Inzwischen gibt es unzählige Programme von Drittanbietern, die auf Facebook benutzt werden können. Ob ein täglicher Glückskeks mit lustigen Botschaften, Wissenstests oder komplexe Spiele: Die mehr oder weniger sinnvollen Anwendungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Viele dieser Programme greifen auf persönliche Daten oder Freundeslisten der Nutzer zu. Auch Werbetreibende bedienen sich großzügig bei eigentlich privaten Daten. Facebook selbst distanziert sich von diesem Verhalten und schiebt den schwarzen Peter zu den Herstellern dieser Anwendungen. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen weist das soziale Netzwerk ausdrücklich darauf hin, dass Drittanbieter möglicherweise Zugriff auf persönliche Daten haben. Glücklicherweise lässt Facebook es immerhin zu, diesen Zugriff einzuschränken oder gar zu verhindern.

Gruppenbildung

Bei Facebook kann man sich mit Gleichgesinnten treffen. Für fast jedes Interesse gibt es bereits eine eigene Gruppe, kein Wunder bei mehr als 300 Millionen Mitgliedern. Gruppen sind ein guter Weg, um andere Mitglieder kennen zu lernen. Sollte es die gesuchte Wunsch-Gruppe doch nicht geben, lässt sich diese in sekundenschnelle einrichten. Es gibt öffentliche Gruppen, große Gruppen, kleine Gruppen und private Gruppen. Um die passende Facebook-Vereinigung zu finden, hilft die Gruppen-Suche.

Der Status quo

Das Herzstück von Facebook ist die Statusmeldung. Hier schreiben Nutzer, was sie derzeit bewegt. Während einige Botschaften an die Allgemeinheit hinterlassen, geben andere Musiktipps und verlinken gleichzeitig auf den entsprechenden Song bei Youtube. Auch Videos und Webtipps lassen sich dort einbetten. Unter den Botschaften und Tipps können andere Nutzer ihre Kommentare hinterlassen. Wer in seiner Statusmeldung schlecht über seine Kollegen oder Vorgesetzen spricht, sollte aber darauf achten, dass diese nicht zum Facebook-Freundeskreis zählen.

Doch die Unterhaltung per Statusmeldung ist nicht die einzige Art der Facebook-Kommunikation. Freunden kann man eine direkte Nachricht schicken, die nur für deren Augen bestimmt ist. Oder man hinterlässt eine Botschaft an der öffentlichen Pinnwand von Freunden.

Die Anderen

Auch ohne eigene Beiträge zu schreiben, macht die Nutzung von Facebook großen Spaß. Irgendjemand aus dem Freundeskreis aktualisiert schließlich immer seinen Status oder verschickt Einladungen zu albernen Spielen. Ärgerlich ist es nur, wenn sich diese Spiele selbständig über die Freundesliste verteilen. Wer längere Zeit Facebook nutzt, wird sich wundern, womit sich einige Freunde die Zeit vertreiben und welche Informationen sie unbedingt mit anderen teilen möchten. Doch gerade die Freizügigkeit macht einen großen Teil der Faszination von Facebook aus. So erfährt man von Partys – oder von Festen, die man verpasst hat. Oder erweitert durch die vielen Hörtipps seinen Musikgeschmack.

Doch wer nur zuschaut, verzichtet auf den ganzen Spaß. Wie im wahren Leben kommt erst durch die Kommunikation mit anderen Leben in die Bude.

Mobil

Auch von unterwegs aus lässt sich das Treiben auf Facebook bestens beobachten oder der eigene Status aktualisieren. Internetfähige Mobiltelefone mit großen Displays sind wie geschaffen für das soziale Netzwerken. Fotos, die mit der eingebauten Handykamera geschossen werden, können gleich ins eigene Profil gestellt werden; Linktipps der Freunde lassen sich sogleich nachsurfen. Für einige Geräte wie das iPhone oder Smartphones mit dem Android-Betriebssystem gibt es spezielle Anwendungen zum Herunterladen. Andere Hersteller haben Facebook bereits in der Handysoftware verankert und vermengen so die Handy-Kontakte mit denen bei Facebook. Der Vorteil an einer Software-Lösung ist, dass spezielle Features des Telefons genutzt werden können. Aber egal, ob per Software-Lösung oder mobilem Browser: Facebook und Handy sind eine perfekte Kombination, und die Freundesnachrichten ersetzen vermehrt SMS oder E-Mails.

Ein paar Tipps zum Schluss

In den Profil-Einstellungen lässt sich festlegen, ob Facebook bei Konto-Aktivitäten diese per E-Mail mitteilen soll. Das könnte nerven, wenn man sich jede Statusänderung oder jeden Kommentar zum Kommentar mitteilen lässt. Aber in einigen Fällen ist die Benachrichtigung sehr sinnvoll, z. B. wenn man informiert wird, dass man auf einem Foto markiert wurde oder falls jemand direkten Kontakt aufnehmen möchte. Lassen Sie sich über den Geburtstag von Facebook-Freunden informieren, hierfür gibt es viele praktische Tools Löschen Sie Anwendungen, die Sie nicht mehr benötigen Je mehr reale Freunde sich bei Facebook registrieren, desto praktischer sind Tools wie Event-Planer, mit denen sich Partys organisieren lassen. Überprüfen Sie regelmäßig Ihren Freundeskreis. Nur weil ein Kontakt selbst nichts schreibt heißt das nicht, dass dieser keine Beiträge von Ihnen liest. Sie können durch simple Einstellungen das ungewollte Mitlesen ausgewählter Kontakte verhindern.

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