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"Löscht den Scheiß!": Unbekannte sprühen rassistische Tweets vor deutsche Twitter-Zentrale

Weil Twitter in ihren Augen offenbar nicht genug gegen Hetze unternimmt, haben Unbekannte den Bordstein vor der deutschen Zentrale des Unternehmens mit Hassbotschaften besprüht. Einige davon sind immer noch online.

Ein Boden voller Hass: Vor die Twitter-Zentrale in Hamburg hat jemand rassistische und beleidigende Tweets gesprüht

Ein Boden voller Hass: Vor die Twitter-Zentrale in Hamburg hat jemand rassistische und beleidigende Tweets gesprüht

Vor der deutschen Twitter-Zentrale in Hamburg prangten am Freitag hasserfüllte Botschaften auf dem Boden. Unbekannte hatten dort über Nacht hetzerische und beleidigende Tweets auf die Steine gesprüht. "Hitler tat nichts falsch, der Holocaust ist eine Lüge", war dort zu lesen. Oder: "Hängen so ein Dreckspack. Gleich an der nächsten Laterne" und "Retweet if you hate Muslims". Der oder die Unbekannten wollten damit aber nicht etwa ihrer Geisteshaltung Ausdruck verleihen, wie die in blau gesprühte Aufforderung "Ey Twitter, löscht den Scheiß!" verriet. Zuerst hatte "Vice" über die Aktion berichtet. 

An vielen Tweets steht der Twitter-Nutzername, der die Aussage in die Welt gesetzt hat. In den Botschaften wird gegen Schwule, Juden, Muslime und Schwarze gehetzt. Und zumindest bei einigen stimmt der Vorwurf, dass Twitter die Hassnachrichten noch nicht gelöscht hat. So postete ein User im Jahr 2015: "Schon wieder ein Haufen kanacken angekommen. Haben die die Ausfahrt nach Auschwitz verpasst ???" (sic!). Diese Aussage ist noch heute auf Twitter zu lesen. Allerdings hat der Autor dieser Zeilen auch keine Twitter-Follower und insgesamt lediglich neun Tweets abgesondert. Aktiv war er in dem Netzwerk auch nur wenige Monate des Jahres 2015. Auch ein Satz wie "Niggers are a plague to our society" ist so noch auf Twitter zu lesen. 

Twitter und Co. immer wieder in der Kritik

Das Unternehmen hat sich noch nicht zu der Aktion geäußert. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter werden immer wieder dafür kritisiert, nicht genug gegen Hetze auf ihren Plattformen zu unternehmen. Erst Ende Juni verabschiedete der Deutsche Bundestag ein Gesetzt, das die Betreiber solcher Portale in die Pflicht nehmen soll, offensichtlich strafbare Inhalte innerhalb von 24 Stunden nach Eingang einer Beschwerde zu löschen oder zu sperren. Systematische Verstöße gegen das sogenannte Netzwerkdurchsuchungsgesetz können demnach mit millionenschweren Geldstrafen geahndet werden.

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